Autorenarchiv: Jörg Kastning

Postfix als Backup-MX einrichten

Seit Januar diesen Jahres betreibe ich meinen Mailserver[1. Der eigene Mailserver – Start der Artikelreihe] [2. Der eigene Mailserver – Teil 2] [3. Der eigene Mailserver – Teil 3] [4. Der eigene Mailserver – Teil 4] selbst. Denn ich wollte wieder etwas mehr Kontrolle über meine E-Mails haben. In den letzten Tagen habe ich mir Gedanken gemacht, wie sehr es mich stören würde, wenn der Mailserver mal für mehrere Stunden oder Tage ausfallen sollte. Nach reiflicher Überlegung kam ich zu dem Schluss, dass ich einen Mailserver benötige, welcher an mich adressierte E-Mails annimmt und an meinen Server weiterleitet, sobald dieser wieder funktioniert. In diesem Artikel halte ich die Umsetzung fest.

Bei der Recherche im Internet habe ich auf HowtoForge[5. HowtoForge – Linux Anleitungen] eine sehr schöne Anleitung[6. HowtoForge Anleitung: Postfix als Backup MX einrichten] gefunden, die beschreibt, wie man Postfix als Backup MX einrichten kann. Diese Anleitung passt perfekt zu meinem Setup, da ich neben meinem eigentlichen Mailserver noch Zugriff auf einen weiteren Server habe, auf dem bereits ein Postfix installiert ist und Mails für weitere Domains entgegen nimmt und verwaltet. Für abweichende Setups ist diese Anleitung unter Umständen nicht geeignet.

HowtoForge Anleitung: Postfix als Backup MX einrichten

Einrichtung und Testlauf auf meinen Systemen sind inzwischen abgeschlossen und ich freue mich über meinen Backup-MX.

Aufgabenplaner und Notizen für die eigene Cloud

An dieser Stelle möchte ich zwei nützliche Erweiterungen (Apps) für ownCloud vorstellen und aufzeigen, wo sich weitere Informationen dazu finden lassen.

Aufgabenplaner

Tasks[1. Tasks 0.7.1 – ownCloud Productivity] ist eine App zur Aufgabenplanung für ownCloud.

Tasks Ansicht
Bildquelle: https://apps.owncloud.com/CONTENT/content-pre1/164356-1.png

Die Aufgabenplanung wird mit Hilfe von CalDAV-Kalendern implementiert. Über das CalDAV-Protokoll können die Aufgabenlisten mit Clients auf diversen Endgeräten synchronisiert werden.

Um meine Aufgabenlisten mit meinem Android-Tablet synchronisieren zu können, habe ich mir auf meinem Tablet das F-Droid-Repository[2. F-Droid – Freie und Open Source Software Repository für Android] eingerichtet und aus diesem die Apps Tasks[3. F-Droid – Tasks] und DAVdroid[4. F-Droid – DAVdroid] [5. DAVdroid – Offizielle Projektseite] installiert. Wichtig dabei ist, dass man die Apps in der angegebenen Reihenfolge installiert, da DAVdroid sonst die Tasks-App nicht findet und die Aufgaben nicht synchronisieren kann.

Mit der App DAVdroid konfiguriert man die Verbindung zur eigenen ownCloud und wählt aus, welche Aufgabenlisten man synchronisieren möchte. Anschließend werden die Aufgabenlisten mit der Tasks-App synchronisiert. Letztere heißt auf eurem Tablet übrigens „Aufgaben“.

Die Implementierung via CalDAV-Kalender bringt noch einen schönen Nebeneffekt mit sich. Ich habe z.B. meine ownCloud Kalender in Thunderbird eingebunden[6. Ein Kalender für die Terminverwaltung]. Da die vorhandenen Kalender für die Aufgabenplanung genutzt werden, erscheinen die geplanten Aufgaben ebenfalls in der Aufgabenansicht in der Thunderbird Erweiterung Lightning.

Für mich persönlich ist dies eine runde Sache. So bin ich in der Lage, meine Aufgaben auf all meinen Geräten synchron zu halten und zu verwalten.

ownNote

ownNote[7. ownNote – Notes Application] ist eine Erweiterung für ownCloud, welche eine Anwendung für Notizen im Stil von Evernote oder Microsoft OneNote bereitstellt.

ownNote - Notes Application
Bildquelle: https://apps.owncloud.com/CONTENT/content-pre1/168512-1.jpg

Die Erweiterung bietet folgende Funktionen:

  • Import aus Evernote und anderen Notizen im HTML-Format
  • Notizen lassen sich nach Gruppen und Kategorien sortieren
  • Notizen werden als HTML-Dateien im Dateisystem gespeichert
  • Vielfältige Formatierungsmöglichkeiten

ownNote - Notes Application
Bildquelle: https://apps.owncloud.com/CONTENT/content-pre2/168512-2.jpg

Auch bei dieser App lassen sich die Notizen mit der dazugehörigen Notiz-App[8. ownNote – Notes for ownCloud] auf einem Android-Gerät synchronisieren.

ownNote - Notes Application
Bildquelle: https://apps.owncloud.com/CONTENT/content-pre3/168512-3.jpg

Fazit

Mit diesen zwei Apps habe ich zwei weitere Funktionen in der eigenen Cloud nachgerüstet und damit die Kontrolle über die darin gespeicherten Daten zurückgewonnen. Vielen Dank den Entwicklern dieser ausgezeichneten ownCloud Apps.

Aktualisierung von Roundcube

In diesem Artikel dokumentiere ich, wie ich Roundcube[1. Wikipedia (de) – Roundcube] auf meinem Mailserver aktualisiert habe. Dabei habe ich mich an die englischsprachige Dokumentation gehalten.[2. Upgrading Roundcube]

Backup, Backup, Backup!

Diese Überschrift habe ich direkt aus der Dokumentation übernommen. Bevor man Änderungen am System durchführt, ist die Anfertigung einer Datensicherung Pflicht. Der Test, ob man diese auch wiederherstellen kann, ist die Kür.

Im Fall von Roundcube sind das Roundcube-Verzeichnis und die Datenbank inkl. Datenbank-Schema zu sichern. Dies kann mit den Werkzeugen tar und mysqldump erledigt werden:

tar cjf ~/roundcube.tar.bz2 "Pfad-zur-Roundcube-Installation"/*

mysqldump -u root -p "Roundcube-Datenbank-Name"> roundcubedb.sql

Damit lässt sich der Status Quo wiederherstellen, sollte beim Upgrade etwas schief gehen.

Upgrade auf der Konsole

Ich beschreibe in diesem Artikel nur das Upgrade auf der Konsole, da dies mein bevorzugter Upgrade-Pfad ist.

Man lädt die aktuelle Version von http://www.roundcube.net/download in ein lokales Verzeichnis herunter und entpackt diese mit tar. Anschließend kann man das Upgrade mit dem Skript installto.sh im eigenen Roundcube-Verzeichnis installieren.

cd "Entpacktes-Roundcube-Verzeichnis"
sudo ./bin/installto.sh <Pfad-zur-Roundcube-Installation>

Das Skript kopiert die Dateien in das Verzeichnis eurer Roundcube-Installation und führt das Upgrade durch. Damit ist die Installation wieder up-to-date.

F-Droid – Freie und Open Source Software Repository für Android

F-Droid stellt ein Repository bereit, über welches Freie und Open Source Software (FOSS) für das Betriebssystem Android bezogen werden kann.

Damit stellt das F-Droid-Repository eine Alternative bzw. Ergänzung zum Google Play-Store dar. Um die Gründe zu erläutern, die für eine Nutzung von F-Droid sprechen, möchte ich Finn Christiansen zitieren:

1. Man hat kein Google Konto, kann also den Play Store nicht nutzen, möchte aber trotzdem komfortabel Apps installieren und verwalten. (Wie in meinem Fall)
2. Man hat ein Google Konto, nutzt den Play Store, möchte aber einige Apps lieber aus dem F-Droid Repository installieren (Misstrauen gegenüber dem Play Store / keine Kosten in F-Droid)

Finn hat in seinem Artikel „Das F-Droid-Repository für Android installieren“ sehr schön beschrieben, wie man das F-Droid-Repository unter seinem Android-Gerät einrichten und nutzen kann. Leider führt der Link zu Finns Anleitung heute ins Leere. Doch lässt sich F-Droid heute auch ganz einfach, ohne gesonderte Anleitung, einrichten.

Ich möchte noch eine Empfehlung zum Schutz eures Android-Gerätes beifügen. Man muss die Installation aus Quellen unbekannter Herkunft erlauben, um F-Droid bzw. Apps aus dem F-Droid-Repository installieren zu können. Dies stellt ein Sicherheitsrisiko für euer Gerät dar. Mit dieser Einstellung kann es passieren, dass Apps oder Webseiten ohne euer Wissen Schadprogramme auf eurem Gerät installieren. Doch durch die Deaktivierung dieser Funktion nach Installation von F-Droid und der gewünschten Apps lässt sich dieses Risiko zum Glück sehr einfach minimieren.

Während der normalen Nutzung bleibt damit die Installation aus Quellen unbekannter Herkunft untersagt. Diese Option aktiviere ich nur direkt vor der Installation einer neuen App aus dem F-Droid-Repository und deaktiviere sie anschließend wieder. Die bereits installierten Apps lassen sich anschließend problemlos weiterverwenden.

Als ich diesen Artikel 2015 geschrieben habe, konnte man die Installation aus unbekannten Quellen nur global für das gesamte Gerät aktivieren. Heute ist es auf den meisten Android-Geräten möglich, diese Berechtigung für einzelne Apps zu aktivieren. Wem das oben beschriebene Prozedere zu mühsam ist, kann so z.B. ausschließlich der App „F-Droid“ die Installation aus unbekannten Quellen erlauben. Damit ist sichergestellt, dass andere Apps nicht einfach etwas nachinstallieren dürfen.

Neugierig geworden? Probiert es aus. Es tut nicht weh. Mich hat F-Droid in den vergangenen Tagen überzeugt.

ownCloud’s Federated Cloud kurz erklärt

Federated Cloud Sharing[1. Federated Cloud Sharing – Share across ownClouds!] ist eine Funktion von ownCloud. Mit dieser Funktion ist es möglich, Dateien und Verzeichnisse der eigenen ownCloud mit anderen ownClouds zu teilen.

Dies ist angeblich so einfach wie eine E-Mail zu schreiben. Man nutzt dazu die sogenannte Federated Cloud ID. Diese entspricht dem Muster username@example.com/owncloud.

Bildquelle: https://owncloud.org/federation/
Bildquelle: https://owncloud.org/federation/

Die Dokumentation[2. Using Federated Cloud Sharing] erklärt, wie es funktioniert. Dies möchte ich hier kurz wiedergeben.

Bei den zu teilenden Dateien bzw. Verzeichnissen klickt man auf das Icon zum Teilen des Elements und trägt die Federated Cloud ID der Ziel-ownCloud ein. Also z.B. username@example.com/owncloud. Wenn der eigene ownCloud-Server erfolgreich eine Verbindung zum Zielserver aufbauen kann, wird die Berechtigung in der eigenen ownCloud gespeichert.

Die empfangende ownCloud zeigt dem Benutzer einen Hinweis, den der Benutzer bestätigen muss, um die Freigabe seiner ownCloud hinzuzufügen.

Bildquelle: https://doc.owncloud.org/server/8.0/user_manual/files/federated_cloud_sharing.html
Bildquelle: https://doc.owncloud.org/server/8.0/user_manual/files/federated_cloud_sharing.html

Damit ist auch schon alles getan. Die geteilte Datei bzw. das geteilte Verzeichnis erscheint nun in der ownCloud des Empfängers. Ich würde sagen, dies ist wirklich so einfach wie E-Mail.

How to shut Windows 10 up!

Microsoft Windows wird spätestens seit der Version XP vorgeworfen, dass es ohne Wissen des Anwenders nach Hause telefoniert. Häufig erfährt der Benutzer davon wenig bis gar nichts. Auch Windows 10 steht wieder in der Kritik, automatisiert Daten zu sammeln und diese an die Zentrale in Redmond zu senden. Um Windows dieses schlechte Benehmen abzugewöhnen, gibt es seit jeher Software-Tools, die den Anwender dabei unterstützen, all die Stellen zu finden, an denen man Windows das heimliche Ausplaudern von Nutzungsinformationen abgewöhnen kann.

In diesem Artikel werfe ich einen Blick auf die Freeware O&O ShutUp10. Die Software verspricht dem Anwender, die Kontrolle darüber zurückzugewinnen, welche Daten Windows sammelt und weitergibt. Diese Software ist für Privatanwender kostenlos erhältlich. Man muss sich dafür nicht einmal registrieren und seine persönlichen Daten preisgeben. Die Software muss auch nicht auf dem System installiert werden. Sie kann direkt ausgeführt werden, um Windows 10 eine zu freigiebige Plauderei abzugewöhnen. [1. O&O ShutUp10]

Als Nutzer von Windows 10 wird man in den meisten Fällen nicht wissen, welche Informationen das Betriebssystem sammelt und an wen es diese Informationen weitergibt. Das macht es jedoch auch schwierig zu kontrollieren, ob eine Software wie O&O ShutUp10 überhaupt etwas bewirkt. Um zu beurteilen, ob O&O ShutUp10 das Betriebssystem wirklich zur mehr Zurückhaltung zwingt, führe ich folgenden Test durch.

Ich installiere ein Windows 10 in einer virtuellen Umgebung und analysiere den Netzwerkverkehr mit Wireshark.[2. Wikipedia (de) – Wireshark] Dabei werde ich analysieren, zu welchen IP-Adressen sich Windows 10 nach der Installation verbindet und Daten austauscht. Der Theorie nach sollte sich das Betriebssystem mit weniger Ziel-IP-Adressen verbinden, nachdem es mit O&O ShutUp10 konfiguriert wurde. Daher werde ich den Netzwerkverkehr nach der erfolgten Konfiguration mit O&O ShutUp10 erneut analysieren. Anschließend werde ich einen kurzen Vergleich durchführen, ob die Anzahl der IP-Adressen, zu denen sich Windows 10 verbindet, verändert hat.

Installationsumgebung

Die Installation von Windows 10 erfolgt in einer virtuellen Umgebung. Dazu wird Windows 10 als Gast-Betriebssystem in VirtualBox 5.0 installiert. Der virtuellen Maschine wurden 2 vCPU, 2 GB RAM und 40 GB HDD zugewiesen. Zur Installation wurde Windows 10 Education N ausgewählt. Dabei handelt es sich um eine Edition, die vom Funktionsumfang Windows 10 Enterprise entspricht. Sie ist für Schulen und Universitäten gedacht und wird über das Academic Volume Licensing Programm ausgeliefert. Das „N“ bedeutet, dass diese Version nicht mit dem Windows Media Player ausgeliefert wird. [3. Wikipedia (en): Windows 10 Editions]

Die Installation kann ohne eine aktive Netzwerkverbindung durchgeführt werden. Da vermutlich die meisten Anwender keine Änderungen während der Installation vornehmen, wähle ich in diesem Fall die „Express-Einstellungen“. Nach Abschluss der Installation werden noch die VirtualBox Guest Additions[4. VirtualBox Guest Additions] installiert.

Untersuchung des Netzwerkverkehrs

Um den Netzwerkverkehr der virtuellen Maschine untersuchen zu können, wird VirtualBox verwendet.[5. VirtualBox VBoxManage Network Settings] [6. Network Lab – VirtualBox]

Windows 10 kurz nach der Installation

Nachdem die Installation von Windows 10 abgeschlossen war, habe ich das System neugestartet und für 15 Minuten den Netzwerkverkehr aufgezeichnet. Bei der anschließenden Analyse habe ich folgende IP-Adressen gefunden, zu denen sich Windows 10 verbindet:

  1. 131.253.61.80
  2. 134.170.58.190
  3. 184.31.86.159
  4. 191.232.139.253
  5. 191.232.139.254
  6. 191.232.80.60
  7. 191.237.208.126
  8. 204.79.197.200
  9. 207.46.101.29
  10. 207.46.7.252
  11. 212.201.100.135
  12. 23.57.28.45
  13. 65.55.252.43
  14. 65.55.54.41
  15. 65.55.54.43

Noch einmal zum Verständnis. Ich habe nicht mit dem System gearbeitet. Ich habe das System lediglich hochgefahren und mich angemeldet. Ohne weitere Aktion seitens des Benutzers hat sich Windows 10 zu insgesamt 15 IP-Adressen verbunden und Daten gesendet bzw. empfangen. Dabei war nicht durchgängig ersichtlich, um welche Daten es sich dabei handelt. Die Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Messzeitraum betrug nur 15 Minuten. Zum Vergleich, im gleichen Zeitraum baute ein Ubuntu 14.04 lediglich zu drei IP-Adressen Verbindungen auf, um die Uhrzeit zu synchronisieren.

Windows 10 mit ShutUp10!

O&O ShutUp10! kann ohne Registrierung einfach von der Website des Herstellers heruntergeladen werden. Es muss nicht installiert werden. Man entpackt lediglich das Zip-Archiv und startet die darin befindliche EXE-Datei als Administrator. Der Rest des Programms ist selbsterklärend. Bevor Änderungen am System vorgenommen werden, fragt das Programm nach, ob man einen Wiederherstellungspunkt erstellen möchte. Dies ist sehr zu empfehlen. So können die gemachten Einstellungen in jedem Fall rückgängig gemacht werden.

Der Einfachheit halber habe ich die vom Programm empfohlenen Änderungen vorgenommen. Anschließend habe ich erneut für 15 Minuten den Netzwerkverkehr mit Wireshark analysiert. Das Ergebnis ist etwas ernüchternd. Denn Windows 10 kommuniziert im Messzeitraum weiterhin mit immerhin 12 IP-Adressen. Ich habe doch mit deutlich weniger gerechnet.

  1. 137.117.235.16
  2. 184.31.86.159
  3. 191.232.139.253
  4. 204.79.197.200
  5. 207.46.101.29
  6. 207.46.7.252
  7. 212.201.100.135
  8. 23.57.28.45
  9. 64.4.54.22
  10. 65.52.108.33
  11. 65.55.163.222
  12. 65.55.54.43

Fazit

Zusammengefasst muss ich sagen, dass die angewendete Testmethode nicht geeignet ist, um belastbare Schlüsse ziehen zu können. Es kann nicht sichergestellt werden, dass sich das Betriebssystem im jeweiligen Messfenster gleich verhält. Die Ergebnisse sind daher mit Vorsicht zu genießen.

Dennoch kann von „ShutUp!“ nicht die Rede sein. Selbst nach Übernahme der empfohlenen Einstellungen der O&O Software quatscht Windows 10 munter weiter. Verbindungen zu 12 IP-Adressen und keinerlei Information, was das Betriebssystem dort eigentlich tut, sind in meinen Augen zu viel. Man könnte meinen, dass die Software wenig bis gar keine Auswirkung auf das Kommunikationsverhalten des Betriebssystems hat.

Was unternehmt ihr, um Windows 10 die Plauderei abzugewöhnen?

vlc-logo

Einzelne Bilder aus Video extrahieren

Dieser Artikel beschreibt, wie man sehr einfach mit Hilfe eines kostenlos erhältlichen Programms einzelne Bilder aus einem Video extrahieren kann.

Diese Anforderung entstand, nachdem ich ein Gewitter mit meiner Digitalkamera gefilmt habe und anschließend einzelne Bilder herausschneiden wollte.

Sehr einfach lässt sich diese Aufgabe mit der freien, quelloffenen und kostenlosen Software „VLC media player“ erledigen. VLC ist sowohl für Ubuntu-Linux als auch für Windows erhältlich. Unter Ubuntu kann das Programm einfach aus den offiziellen Paketquellen installiert werden:

sudo apt-get install vlc

Für Windows kann man sich das Programm von der offiziellen Website herunterladen.

Hat man das Programm gestartet, kann man unter Werkzeuge -> Einstellungen -> Video konfigurieren, in welchem Pfad und mit welchem Präfix die zukünftigen Schnappschüsse gespeichert werden sollen.

vlc-settings

Werkzeuge -> Einstellungen -> Video

Um Schnappschüsse aus dem Video erstellen zu können, muss noch die „Erweiterte Steuerung“ aktiviert werden. Dies erledigt man unter Ansicht -> Erweiterte Steuerung. Nun erhält man vier neue Buttons. Die wichtigsten sind dabei das kleine Kamera- und das Film-Symbol. Diese sind auf dem folgenden Screenshot gelb hinterlegt.

vlc-enhanced-control

VLC Erweiterte Steuerung

Kommt man in dem Video zu einer Stelle, von der man gern ein Bild erstellen möchte, so pausiert man das Video und erstellt mit der Kamera-Schaltfläche einen Schnappschuss. Dieser wird in dem konfigurierten Pfad abgespeichert. Mit Hilfe der Film-Schaltfläche kann man in dem Video Frame für Frame vorwärts gehen. So ist es möglich, jedes Einzelbild des Videos zu betrachten, um von den schönsten Stellen einen Schnappschuss erstellen zu können.

Statt ständig die Maus schubsen zu müssen, können die oben beschriebenen Schritte auch mit den folgenden Tastenkombinationen ausgeführt werden:

  • Video pausieren/fortsetzen -> Leertaste
  • Schnappschuss erstellen -> Umschalt+s
  • Frame für Frame vorwärts -> e

Das war auch schon alles. Einfach, praktisch, gut!

Standardgateway mit dem Linux-Kommando „route“ hinzufügen

Im Mai brachte mir ein DSM-Update auf meiner Synology Diskstation DS213air einigen Ärger ein. Nach dem Update fehlte meiner Diskstation das Standardgateway, so dass diese ihren Weg in das Internet nicht mehr finden konnte. Zum Glück lässt sich das Standardgateway mit dem folgenden Befehl schnell und einfach zur Routingtabelle hinzufügen. Und dies funktioniert nicht nur auf der Diskstation, sondern prinzipiell unter jedem Linux-Betriebssystem.

Auf der Diskstation muss man sich zuerst via SSH als root anmelden. Anschließend wir das Standardgateway wie folgt wieder hinzugefügt:

route add default gw IP-ADRESSE SCHNITTSTELLE

In meinem Fall wurde als Schnittstelle das Interface „wlan0“ verwendet. Der Befehl sieht dann konkret wie folgt aus:

route add default gw 192.168.178.188 wlan0

Leider verliert die Diskstation das Standardgateway bei jedem Neustart wieder. Ich habe daher auch eine Support-Anfrage an Synology gestellt. Leider verlief die Bearbeitung nicht meinen Wünschen entsprechend. Da ich das Standardgateway nicht nach jedem Neustart manuell hinzufügen möchte, habe ich mir daher etwas anderes einfallen lassen.

Als Workaround dient folgendes Skript. Dieses prüft, ob in der Routingtabelle ein Standardgateway vorhanden ist. Fehlt dieses, wird es durch das Skript hinzugefügt. Die IP-Adresse des Standardgateways und die verwendete Schnittstelle können dem Skript dabei über Parameter mitgeteilt werden.

Dieses Skript habe ich auf meiner Diskstation abgelegt. In den Dateieigenschaften habe ich unter „Genehmigungen“ die Berechtigung zum Ausführen der Datei erteilt. Anschließend habe ich das Skript in den Aufgabenplaner eingetragen und lasse es von nun an stündlich ausführen.

Diese Lösung ist nicht schön, aber sie stabilisiert den Betrieb meines NAS. Ich hoffe, mit diesem Beitrag meinen Leidensgenossen helfen zu können, die ebenfalls mit diesem Problem zu kämpfen haben.

Update 2015-07-05T14:05
Da das Skript im Feed nicht mit angezeigt wird, reiche ich hiermit den Link zum Skript auf GitHub nach.

Maßnahmen bei rechtswidriger Nummernnutzung aufgrund von SMS-Spam

Dies ist ein Folgeartikel zu dem am 27.02.2015 von mir veröffentlichten Artikel „Spam-SMS und wie man sich dagegen wehrt„, in welchem ich eine Möglichkeit aufgezeigt habe, sich durch Beschwerde bei der Bundesnetzagentur gegen SMS-Spam zur Wehr zu setzen.

Ich habe damals aufgrund einer erhaltenen Spam-SMS Beschwerde bei der Bundesnetzagentur eingereicht. In dieser Woche, also knapp vier Monate später, habe ich wieder Nachricht von der Bundesnetzagentur erhalten, welche ich hier wiedergeben möchte.

Das wichtigste vorweg: Nach Prüfung des Sachverhalts wurden missbräuchlich genutzte Rufnummern durch die Mobilfunkanbieter auf Anordnung der Bundesnetzagentur abgeschaltet.

Antwort-E-Mail Nummer 1

Ihre Nachricht vom: 20.03.2015

Unser Zeichen: EB780193

Rechtswidrige Nummernnutzung aufgrund von SMS-Spam

Sehr geehrte Damen und Herren,

in obiger Angelegenheit kommen wir auf Ihre Beschwerde zu einer unverlangten Werbe-SMS mit einem angeblich privaten Kontaktwunsch zurück. Im Text der Werbe-SMS wurde eine Mobilfunkrufnummer für eine Kontaktaufnahme beworben.

Die Bundesnetzagentur hat den zu Grunde liegenden Sachverhalt umfassend geprüft. In derselben Angelegenheit sind dabei noch weitere Hinweise – darunter auch zu anderen Rufnummern – eingegangen. Die Werbe-SMS verfolgten den Zweck, den Verbraucher zu einem Anruf der beworbenen Mobilfunkrufnummer zu bewegen. Nach den hier vorliegenden Erkenntnissen wurde unter den beworbenen Kontaktrufnummern ein kostenpflichtiger Telefon-Chatdienst betrieben.

Aufgrund von Verstößen gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) hat die Bundesnetzagentur mit Bescheid vom 30.04.2015 gegenüber dem Mobilfunknetzbetreiber die Abschaltung von insgesamt 19 Mobilfunkrufnummern, darunter auch die von Ihnen angezeigte Rufnummer, zum 06.05.2015 angeordnet.

Der Netzbetreiber hat die Mobilfunkrufnummern entsprechend abgeschaltet. Damit ist der rechtswidrige beworbene Dienst unter diesen Rufnummern nicht mehr erreichbar.

Aktuelle Informationen zu Rufnummern, zu denen die Bundesnetzagentur Maßnahmen verfügt hat, sind regelmäßig auch auf der Internetseite http://www.bundesnetzagentur.de/Massnahmenliste veröffentlicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die eingestellten aktuellen Hinweise.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Bundesnetzagentur

mailto: rufnummernmissbrauch@bnetza.de
http://www.bundesnetzagentur.de
fon 0291/9955-206
fax 0291/9955-180

Bundesnetzagentur
Außenstelle
Meschede
Postfach 11 51
59851 Meschede
fax 0291/9955-180

Antwort-E-Mail Nummer 2

Ihre Nachricht vom: 25.02.2015

Unser Zeichen: EB775395

Rechtswidrige Nummernnutzung aufgrund von SMS-Spam

Sehr geehrte Damen und Herren,

in obiger Angelegenheit kommen wir auf Ihre Beschwerde zu einer unverlangten Werbe-SMS von einer herkömmlichen Mobilfunkrufnummer mit einem angeblich privaten Kontaktwunsch zurück. Im Text der Werbe-SMS wurde eine weitere Rufnummer für eine Kontaktaufnahme beworben.

Die Bundesnetzagentur hat den zu Grunde liegenden Sachverhalt umfassend geprüft. In der Angelegenheit sind dabei noch weitere Hinweise – darunter auch zu anderen Rufnummern – eingegangen. Die Werbe-SMS verfolgten den Zweck, den Verbraucher zu einem Anruf der in der SMS beworbenen Kontaktrufnummern zu bewegen. Nach den hier vorliegenden Erkenntnissen wurde hierunter ein kostenpflichtiger Telefon-Chatdienst betrieben.

Aufgrund von Verstößen gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) hat die Bundesnetzagentur mit Bescheid vom 01.06.2015 gegenüber dem Mobilfunknetzbetreiber die Abschaltung von insgesamt 166 Absenderrufnummern, darunter auch die von Ihnen angezeigte Rufnummer, zum 03.06.2015 angeordnet.

Der Netzbetreiber hat die Mobilfunkrufnummern abgeschaltet. Über diese Rufnummern können damit keine weiteren Werbe-SMS mehr versendet werden.

Die Abschaltung der in den SMS beworbenen Kontaktrufnummern wurde bereits in vorangegangenen Verfahren mit Bescheiden vom 30.04.2015 angeordnet.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Bundesnetzagentur

mailto: rufnummernmissbrauch@bnetza.de
http://www.bundesnetzagentur.de
fon 0291/9955-206
fax 0291/9955-180

Bundesnetzagentur
Außenstelle
Meschede
Postfach 11 51
59851 Meschede

Fazit

Mit nur wenigen Minuten Aufwand konnte ich mit dazu beitragen, dass in diesem Schritt 185 missbräuchlich genutzte Rufnummern abgeschaltet werden konnten. Von diesen Rufnummern aus werden wir nun immerhin nicht mehr belästigt.

Ein kleiner, aber feiner Etappensieg im Kampf gegen unseriöse Werbetreibende und Abzocker.

Defekte Einträge im ownCloud-Kalender finden und löschen

Vor ein paar Wochen trat ein Problem mit einem meiner ownCloud-Kalender auf, welches nun endlich gelöst werden konnte.

Einer der Kalender ließ sich plötzlich nicht mehr mit dem Thunderbird Lightning Kalender oder dem Kalender unter Android synchronisieren. Zu meiner großen Freude fand ich nun auf GitHub Hilfe und konnte das Problem lösen.

Die Ursache für das Problem waren zwei defekte Einträge in diesem Kalender.

Defekte Kalendereinträge lassen sich mit folgender MySQL-Abfrage in der Datenbank finden:

SELECT * FROM oc_clndr_objects WHERE calendardata NOT LIKE '%END:VCALENDAR%'\G

Die defekten Einträge können anschließend mit dem folgenden Befehl gelöscht werden:

DELETE FROM oc_clndr_objects WHERE calendardata NOT LIKE '%END:VCALENDAR%'\G

Nachdem ich mit diesen beiden Befehlen die defekten Kalendereinträge entfernt habe, konnte ich den Kalender erneut sowohl mit Lightning als auch mit Android synchronisieren.