Wie die Corona-Pandemie den eigenen Arbeitsplatz verändert

Für viele Arbeitnehmer*innen hat sich der Arbeitsplatz in den vergangenen Tagen drastisch verändert. Statt die tägliche Arbeitsleistung in der Firma, der Dienststelle oder dem Büro zu erbringen, ist nun Telearbeit, auch Homeoffice genannt, angesagt.

Seit Mitte März arbeite auch ich von daheim. An dieser Stelle möchte ich meine Erfahrungen mit euch teilen.

Doch zuerst möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei meinen Kollegen und Kolleginnen aus der Abteilung Desktop Services bedanken. Diese haben unter großer Anstrengung dafür gesorgt, dass wir kurzfristig mit adäquatem Arbeitsgerät ausgestattet wurden, um die nächsten Tage, Wochen oder sogar Monate von zu Hause aus arbeiten zu können. Vielen Dank!

Von daheim zu arbeiten ist für viele Kolleg*innen und mich eine völlig neue Situation. Stand die Möglichkeit der Telearbeit in der Vergangenheit doch nicht allen Mitarbeiter*innen offen und wurde nur genehmigt, wenn bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt waren. Hinzukommt, dass plötzlich alles ganz schnell ging und kaum Zeit blieb, um eine Organisation mit mehreren tausend Beschäftigten geordnet und geregelt auf Telearbeit umzustellen. Meiner persönlichen Erfahrung nach hat es dennoch gut geklappt. Und so berichte ich nun aus meinem Arbeitszimmer.

Mein Arbeitsplatz bzw. mein Arbeitszimmer

Glücklich ist, wer ein Arbeitszimmer hat. Denn hier findet sich nicht nur entsprechendes Mobiliar und Platz für die notwendigen Arbeitsmittel. Es hilft mir auch dabei, Berufliches und Privates voneinander zu trennen.

So habe ich eine Arbeitsfläche auf meinem Schreibtisch von meinen Bastel-Projekten befreit und dort die Gerätschaften aufgebaut, die mein Arbeitgeber mir mitgegeben hat (außer dem Baby-Yoda, den meine Frau gehäkelt hat und der schicken R61-USB-Tastatur, das ist meine :D )

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Bild meines aktuellen Arbeitsplatzes

Ich habe den Platz so eingerichtet, dass von außen einfallendes Licht nicht blendet, ich jedoch gleichzeitig nicht im Dunkeln sitzen muss. Das künstliche Licht leuchtet das Arbeitszimmer bei Bedarf gleichmäßig aus, ohne zu blenden oder ungünstige Schatten auf meinen Arbeitsplatz zu werfen. So lässt es sich gut arbeiten, ohne allzu schnell zu ermüden.

Im Zusammenhang mit einem häuslichen Arbeitszimmer stellt sich oft die Frage, ob dieses steuerlich absetzbar ist. Diese Frage kann ich euch leider nicht beantworten. Ich habe hier ein paar Links zusammengesucht, welche eine erste Orientierung bieten können. Weitere Hilfe bieten die Steuerberater*innen und Lohnsteuerhilfevereine.

Rituale helfen, Beruf und Privatleben zu trennen

Vor dem Wechsel ins Homeoffice hatte ich ca. 40 Minuten Fahrtzeit mit dem Auto von der Dienststelle nach Hause. Zeit genug, um abzuschalten. Jetzt beträgt die einfache Wegstrecke zur virtuellen Dienststelle ca. 2,5 Meter.

Um nun dennoch möglichst schnell abschalten und ins Privatleben wechseln zu können, habe ich mir ein paar einfache Rituale angewöhnt, die mir helfen, mir Beginn und Ende meiner Arbeit bewusst zu machen.

Dazu gehört, dass ich jeden Morgen zum Arbeitsbeginn die Jalousie im Arbeitszimmer hochziehe, das Fenster zum Lüften öffne und mir ein frisches Glas mit Wasser zurecht stelle. Erst dann schalte ich das Notebook ein und beginne meinen Tag damit, dass ich meine Kolleg*innen in unserem Teamchat grüße und ihnen einen schönen Tag wünsche.

Zum Feierabend hin ist der Ablauf sehr ähnlich. Ich verabschiede mich aus dem Teamchat, beende die Verbindungen zu den Systemen, mit denen ich den Tag über gearbeitet habe, fahre das Notebook herunter, schließe die Jalousie des Arbeitszimmers, räume Gläser, Tassen und leere Flaschen ab und ziehe beim Verlassen des Arbeitszimmers die Tür hinter mir zu. Dies alles sind nur kleine und unscheinbare Tätigkeiten, doch helfen sie mir dabei, Beginn und Ende der Arbeit bewusst wahrzunehmen.

Rituale können besonders dann wichtig sein, wenn man kein separates Arbeitszimmer besitzt, bei dem man die Tür hinter sich zuziehen kann. Zum Beispiel, wenn der Arbeitsplatz in der Ecke des Wohnzimmers oder am Esszimmertisch existiert.

Schlussworte

Bisher empfinde ich die Arbeit von daheim als angenehm. ich kann weitgehend ungestört von äußeren Einflüssen arbeiten und der lange Arbeitsweg entfällt. So kann ich weniger Zeit auf der Straße und mehr Zeit mit meiner Familie verbringen.

Wie sieht es bei euch im Homeoffice aus? Besitzt ihr ein Arbeitszimmer oder wie habt ihr euch eingerichtet? Habt ihr ebenfalls Rituale rund um das Homeoffice? Wenn ja, wie sehen diese aus? Teilt eure Erfahrungen und Tipps gerne unten in den Kommentaren.

6 Gedanken zu „Wie die Corona-Pandemie den eigenen Arbeitsplatz verändert

  1. Fryboyter

    Ich bin seit Anfang der Woche im Home-Office (und ich mag es nicht). Das ganze findet bei mir in dem Raum statt in dem meine diversen Rechner stehen.

    Ein Großteil der Tools die ich verwenden muss sind entweder direkt über das Internet erreichbar oder per VPN / SSH. Von daher gibt es keine Probleme aus technischer Sicht.

    Problematischer ist es eher, so gut wie keine Ruhe zu haben, da ich in einem Mehrgenerationenhaus lebe. Daher besteht mein Ritual mir erst einmal einen großen Pott Tee zu kochen (welchen ich regelmäßig neu auffülle). Dann setze ich mir Kopfhörer auf und lasse Musik laufen die die Geräusche um mich herum möglichst ausblendet, mich aber nicht beim arbeiten stört. Lus­ti­ger­wei­se funktioniert es mit Jungle (https://de.wikipedia.org/wiki/Jungle) erstaunlich gut. Nachteil daran ist, dass ich Telefonanrufe so gut wie nicht mit bekomme. Daher habe ich mir heute auch ein Tool installiert, das mir Anrufe auf einem meiner Monitore visuell anzeigt.

    Bin dann mal wieder im „Home-Office“. Mittagspause ist vorbei.

    Antworten
  2. Thoys

    Hi, ich habe eine spezielle Frage zur Tastatur. Als bekennender Thinkpad Anhänger habe ich schon oft gedacht, ob die wohl was taugt. Tut sie das?

    Kann man damit gut schreiben oder ist dir „nur“ wichtig, dass Arbeitsplatz und Notebook möglichst gleich sind? Was waren deine Beweggründe keine „normale“ Tastatur zu kaufen?

    Danke dir

    Thoys

    Antworten
    1. Jörg Kastning Beitragsautor

      Hallo Thoys,

      zuallererst möchte ich gestehen, dass ich ebenfalls bekennender Thinkpad-Anhänger bin. Da ich die Tastaturen der älteren Modelle (R61, T410 und X201) sehr gut finde und das gleiche Bedienerlebnis am Dienstnotebook bzw. PC haben möchte, habe ich mir diese Tastatur gekauft. Ich bin damit sehr zufrieden.

      Im Büro habe ich auch noch das aktuelle Modell. Dieses besitzt zwar die neuen Tasten, doch kann ich auf diesen ebenfalls gut tippen.

      Der Anschlag ist sicherlich Geschmackssache und hängt stark von persönlichen Vorlieben ab. Ich persönlich komme damit gut zurecht. Neben der guten Tastatur, ist für mich der TrackPoint ausschlaggebend für den Kauf gewesen. So können meine Hände durchgängig auf der Tastatur bleiben, während ich arbeite.

      Ich würde beide Tastatur-Modelle wieder kaufen.

      Viele Grüße
      Jörg

      Antworten
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