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Erfahrungsbericht nach 10 Monaten mobiler Arbeit

Im März 2023 wechselte ich von Flex-Work in eine neue Rolle, in der ich 100 % remote arbeite. Heute möchte ich meine Erfahrungen mit euch teilen, die ich bisher damit gemacht habe.

Terminologie

Bevor es richtig losgeht, schreibe ich etwas zur Terminologie der Remote-Arbeit. Denn hier geht es mit den Begrifflichkeiten teilweise ganz schön durcheinander. Daher möchte ich sicherstellen, dass ihr versteht, was ich mit bestimmten Begriffen meine.

Telearbeit

Von allen verwendeten Begriffen ist dies der Einzige, welcher in Deutschland in der Arbeitsstättenverordnung definiert ist:

Telearbeitsplätze sind vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten, für die der Arbeitgeber eine mit den Beschäftigten vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung festgelegt hat. Ein Telearbeitsplatz ist vom Arbeitgeber erst dann eingerichtet, wenn Arbeitgeber und Beschäftigte die Bedingungen der Telearbeit arbeitsvertraglich oder im Rahmen einer Vereinbarung festgelegt haben und die benötigte Ausstattung des Telearbeitsplatzes mit Mobiliar, Arbeitsmitteln einschließlich der Kommunikationseinrichtungen durch den Arbeitgeber oder eine von ihm beauftragte Person im Privatbereich des Beschäftigten bereitgestellt und installiert ist.

ArbStättV §2 Abs.7

Erbringen Arbeitnehmende die geschuldete Arbeitsleistung zum Teil am Telearbeitsplatz und zum Teil in einem Büro des Arbeitgebers, wird von alternierender Telearbeit gesprochen.

Bei dieser Form ist der Arbeitgebende für die vollständige Ausstattung des Arbeitsplatzes mit Mobiliar und Arbeitsmitteln sowie der Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorschriften (z.B. Ergonomie, UVV, Prüfung ortsveränderlicher Elektrogeräte, etc.) verantwortlich.

Flex-Work oder auch Flex-Office

Diese Begriffe werden häufig verwendet, wenn Arbeitnehmende die geschuldete Arbeitsleistung teilweise außerhalb der Büroräume des Arbeitgebers erbringen und es sich nicht um Telearbeit handelt.

Angestellte erhalten hierbei häufig keine komplette Büroeinrichtung für den Telearbeitsplatz im privaten Raum, sondern lediglich die notwendigen Arbeitsmittel, wie z.B. Laptop und Telefon. Dafür dürfen sie häufig auch außerhalb der eigenen vier Wände bzw. des Büros z.B. aus einer Ferienwohnung arbeiten.

In manchen Fällen werden voll ausgestattete Büroarbeitsplätze für die Angestellten vorgehalten. In anderen Fällen existiert eine Form von Desksharing.

Details werden in Arbeitsverträgen, Betriebsvereinbarungen und Tarifverträgen geregelt.

Homeoffice

Der Duden definiert das Wort Homeoffice wie folgt:

[mit Kommunikationstechnik ausgestatteter] Arbeitsplatz im privaten Wohnraum

URL: https://www.duden.de/rechtschreibung/Homeoffice

Der Begriff wird jedoch nicht einheitlich verwendet. Betrachtet man die Quellen [1]-[5], so wird er sowohl als Synonym für Telearbeit als auch als Oberbegriff für alle Formen von Arbeit verwendet, die nicht in Büroräumen des Arbeitgebers ausgeführt werden.

Wenn ich in diesem Text den Begriff Homeoffice verwende, meine ich damit mobile Arbeit, wie sie im folgenden Abschnitt beschrieben wird.

Mobile Arbeit

Bei der mobilen Arbeit sind Angestellte keinem Büro zugeordnet und nicht an einen Teleheimarbeitsplatz gebunden. Die geschuldete Arbeitsleitung kann von einem beliebigen Ort wie z.B. dem Auto, Café, Hotel oder dem Strand erbracht werden. Dies schließt die eigenen vier Wände jedoch explizit mit ein.

Dem Arbeitnehmenden werden bei dieser Form häufig nur die zwingend benötigten Arbeitsmittel wie Laptop, Mobiltelefon und ggf. Headset gestellt. Bring you own device ist ebenso möglich. Häufig erhalten Angestellte eine Pauschale, mit der sie benötigte Arbeitsmittel selbst beschaffen können.

Details werden auch hierbei im Arbeitsvertrag, in Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen geregelt.

Merkmale meiner beruflichen Tätigkeit

Nicht jede Tätigkeit ist dazu geeignet, im Homeoffice ausgeführt zu werden. Pflegepersonal kann den Beruf meist ebensowenig aus den eigenen vier Wänden ausüben wie Bus-, LKW-, Zug-Fahrer und Kapitäne. Auch Berufe mit Laufkundschaft eignen sich in der Regel schlecht für Arbeit außerhalb eines festen Büros.

Ich gehöre hingegen zu den glücklichen Menschen, deren Job von einem fast beliebigen Ort aus erfüllt werden kann. Die einzige Bedingung ist eine gute Daten- und Kommunikations-Verbindung. Meine berufliche Tätigkeit lässt sich dabei mit folgenden Stichpunkten beschreiben:

  • Ich kann meine Tätigkeit überwiegend eigen- und selbstständig ausführen
  • Meine Kunden und Teammitglieder sind über Europa verteilt
  • Viele Kollegen sitzen sogar in noch weiter entferntliegenden Ländern
  • Ich benötige neben einem Laptop, einem Mobiltelefon und einer stabilen Netzwerk- bzw. Internetverbindung keine besonderen Werkzeuge

Mit diesen Merkmalen habe ich die besten Voraussetzungen, um nicht auf einen festen Arbeitsplatz beschränkt bzw. angewiesen zu sein.

Arbeitsmittel

Zu Beginn meines Arbeitsverhältnisses wurde ich mit folgenden Arbeitsmitteln ausgestattet:

Ausgeliefert wurde das System mit einem RHEL 8 Corporate Standard Build (CSB). Die Installation wird also von unserer internen IT verwaltet. Ich selbst habe sudo-Rechte auf dem System und fühle mich in keinster Weise eingeschränkt. Ich bin fasziniert, wie gut die Inbetriebnahme ablief und es so gut wie keine Probleme gab, wegen denen ich den IT-Support bemühen musste.

Bei dem Laptop handelte es sich nicht um ein topaktuelles Modell, doch ist es für meine tägliche Arbeit sehr gut geeignet. Ich nutze es täglich für die Arbeit mit:

  • Bis zu zwei verschiedenen Webbrowsern
  • Slack
  • 1-3 virtuellen Maschinen zum Test verschiedenster Dinge
  • Vim
  • GNU Tools

Im Vergleich mit meinem privaten ThinkPad T14s ist das Gerät nach einigen Videokonferenzen deutlich lauter. Die Effizienz der CPU und Lüftersteuerung sind beim P1 nicht so gut wie beim T14s.

Das Thunderbold-Dock hingegen ist das schlechteste Dock, das ich je selbst benutzen musste. Dass für diesen elektronischen Briefbeschwerer im Online-Versandhandel zwischen 250,- und 300,- EUR aufgerufen werden, macht mich fassungslos. Hier funktioniert nichts, wie es soll. Und auch nach einer Firmware-Update-Orgie ändern sich die Fehler, in Summe bleiben sie jedoch gleich. Ich musste mich jedoch nicht lange damit ärgern. Da die Probleme bekannt sind, konnte ich mir ein Dock meiner Wahl beschaffen und die Kosten dafür erstatten lassen.

Zusätzlich zu diesen Arbeitsmitteln bekam ich noch ein Budget, für das ich mir weitere notwendige Arbeitsmittel kaufen konnte, plus ein separates Budget für ein Mobiltelefon. Von diesen Mitteln habe ich beschafft:

Zum Telefon gehört ein Vertrag. Ich konnte beides aus einer Liste auswählen. Zur Auswahl standen auch diverse Geräte von Apple, Samsung und weiteren Herstellern.

Schreibtischoberfläche mit 34-Zoll-Monitor, ergonomischer Tastatur und Maus.
Meine Schreibtischoberfläche im November 2023

Mein Arbeitsplatz sieht in der Regel sehr aufgeräumt und unaufgeregt aus.

Ich besaß bereits vor meinem Jobwechsel einen höhenverstellbaren Schreibtisch, den ich mir für meinen Rücken gegönnt habe. Aus privater Tasche habe ich mir dann noch Bürostuhl Tailwind 2 mit Pending-System und Ponso-Sitzfläche beim lokalen Händler https://www.fair-kauf.net/ gekauft.

Wenn während der Zeit etwas kaputtgeht oder ich feststelle, dass mir doch noch etwas fehlt, bespreche ich dies mit meinem Manager. Bisher war es kein Problem, die Ausgaben für Anschaffungen, die ich sinnvoll begründen konnte, erstattet zu bekommen.

Ich bin mit meinen Arbeitsmitteln sehr zufrieden und kann meine Arbeit damit gut erledigen. Neben der Technik betrachte ich es als unschlagbaren Vorteil, ein eigenes Arbeitszimmer zu besitzen, welches nur von mir zum Zweck der Arbeit genutzt wird. Dies hat für mich folgende unschlagbare Vorteile:

  • Ich muss es nicht fluchtartig räumen, wenn Zeit zum Mittagessen ist
  • Ich kann die Tür hinter mir zumachen und sehe die Arbeit nicht mehr; dies hilft beim Abschalten und Feierabend machen
  • Die Trennung von Berufs- und Privatleben fällt mir so sehr leicht

Hinsichtlich Raum und Arbeitsmittel kann ich aktuell nichts bemängeln und fühle mich gut ausgestattet.

Kommunikation im Team und darüber hinaus

Kommunikation ist wichtig und findet statt, sobald sich mindestens zwei Menschen eine Situation teilen, sich am gleichen Ort oder in der gleichen Videokonferenz befinden. Die Kommunikation findet dabei auf unterschiedlichen Ebenen statt, der Sach- und der Beziehungsebene, wobei die Beziehungsebene die Sachebene bestimmt.

Eine Nachricht, die von Mensch zu Mensch übertragen wird, hat mehrere Seiten und muss vom Empfänger nicht so verstanden werden, wie der Sender sie gemeint hat.

Bei diesen Aussagen handelt es sich um Erkenntnisse von Paul Watzlawick und Friedemann Schulz von Thun aus der Kommunikationswissenschaft (siehe [7]-[10] in den Quellen unten). Kommunikation stellt einen sehr wichtigen Faktor bei der Arbeit dar und beeinflusst in hohem Maße die Produktivität sowie die Motivation der Angestellten.

Viele Artikel und Blogs verkürzen dieses Thema auf Aussagen wie:

  • Die Kommunikation ist im Büro besser als im Homeoffice
  • Im Homeoffice findet weniger Kommunikation statt als im Büro
  • Die Ablenkungen im Homeoffice sind geringer
  • Im Büro gibt es mehr unnötige Meetings
  • Im Büro wird man häufiger bei der Arbeit gestört als im Homeoffice

Mich stört, wenn so getan wird, als wäre die Realität schwarz oder weiß. Ist sie doch in Wirklichkeit grau (ein Blick aus dem Fenster bestätigt dies aktuell) und liegt die Wahrheit doch meist in der Mitte.

Ich möchte hier die Kommunikationskultur in der Firma und dem Team beschreiben, wo ich aktuell beruflich zu Hause bin. Da ich zu 100 % remote arbeite, finden für mich, von wenigen Kundenbesuchen im Jahr abgesehen, fast alle Meetings per Videokonferenz oder Telefon statt. Die einzige Bewertung, die ich dabei vornehme ist, dass es mir persönlich gut gefällt.

Regelmäßig wiederkehrende Meetings

Wie in vermutlich jeder Firma gibt es auch bei uns regelmäßig wiederkehrende Meetings. Dazu gehören unter anderem:

  • Ein zweiwöchentliches 1:1 mit meinem Manager
  • Ein zweiwöchentliches TEAM-Meeting
  • Wöchentlich bzw. zweiwöchentlich stattfindende Treffen verschiedener Virtual Account Teams
  • Daily Stand-up
  • Wöchentliche produktspezifische Q&A-Meetings
  • Company Meeting (einmal pro Quartal)

Kurz gesagt, die 40-Stunden-Woche bietet nicht genug Zeit, um an allen möglichen Meetings teilzunehmen. Doch das erwartet auch niemand.

Was mir gut gefällt:

  • Regelmäßige Meetings ohne Einträge auf der Agenda werden vom Organisator abgesagt
  • Fragen für das Daily Stand-up und Q&A-Sessions werden meist vorab in das jeweilige Meeting-Dokument eingetragen
  • Die Teilnehmer sind in aller Regel gut vorbereitet
  • Sind alle Themen besprochen, wird das Meeting einfach beendet und nicht bis zum Ende durchgezogen
  • Meetings werden regelmäßig hinterfragt, bringen sie keinen Mehrwert mehr, hört man einfach damit auf
  • Wichtige Meetings werden aufgezeichnet und es werden Protokolle erstellt

Ad-Hoc-Meetings

Benötigt man ein paar zusätzliche Augen bzw. Ideen beim Troubleshooting bzw. der Suche nach Informationen, öffnet man ein virtuelles Meeting und lädt Kolleg*innen via Chat ein. Entweder wählt man einen Kanal mit vielen Mitgliedern und hofft, dass jemand kommt oder man schreibt Teilnehmer gezielt an. Dabei gebietet die Etikette, dass man vorher prüft, ob die entsprechende Person auch frei ist. Möglich ist dies mithilfe unserer Kalender oder des Status im Chat.

Dabei ähneln diese Meetings den Störungen im Büro, wo die Tür aufgeht und Kollegen mit ihren Sorgen, Nöten und Anträgen plötzlich vor dem eigenen Schreibtisch stehen. Vorteil der Remote-Arbeit ist in meinen Augen, dass die Hemmschwelle sich diesen Störungen zu entziehen geringer ist. Eine Meetinganfrage lehnt man schneller ab oder verlässt ein Meeting schneller, als jemanden aus dem Büro hinauszubitten.

Für mich ist wichtig, vorher zu überlegen, ob der synchrone Austausch einen Vorteil über asynchrone Kommunikation bietet. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn sich ein Sachverhalt nur umständlich in einer E-Mail erklären lässt, oder das Risiko eines Missverständnisses hoch ist. Grundsätzlich gebe ich der asynchronen Kommunikation den Vorzug, da ich Kollegen so nicht in ihrer Arbeit störe, sie in ihrer eigenen Zeit antworten können und E-Mails Beweise generieren.

Obwohl ich ausschließlich aus dem Homeoffice arbeite, habe ich das Gefühl, weniger Zeit in Meetings zu verbringen als zuvor. Gemessen habe ich dies jedoch nicht.

Soziale-Meetings

Kaffeeküchengespräche, Gesabbel beim Mittagessen und Flurfunk sterben bei mobiler Arbeit aus. Das stimmt in meiner Erfahrung so nicht.

Wir treffen uns sporadisch zum Kaffeetrinken in einer Videokonferenz und sprechen darüber, wie unser Tag so läuft, was es Neues gibt. Dabei werden sowohl dienstliche wie private Themen diskutiert.

Manche Kollegen treffen sich sogar in einer Videokonferenz, ohne aktiv miteinander zu sprechen. Man könnte auch sagen: „Sie schweigen sich konstruktiv an.“ Dies kann das Gefühl reduzieren, allein zu sein. Es ist jemand in der Nähe, der zuhört und in aller Regel auf geräuschvolle Äußerungen reagiert.

Persönliche Treffen in der realen Welt

„Vermisse ich regelmäßige persönliche Treffen in der realen Welt? Nein.“

„Weiß ich diese Treffen dennoch zu schätzen? Ja.“

In meinen Augen ist dies kein Widerspruch in sich. Ich habe mich schnell daran gewöhnt, dass mein Team verteilt sitzt und die meisten Kontakte durch Chat, E-Mail und Videokonferenz stattfinden. Dennoch freue ich mich, diese Menschen am Rande von Veranstaltungen auch mal persönlich zu treffen. Besonders gern, wenn dies ungezwungen außerhalb formal organisierter Teambildungsmaßnahmen passiert.

Chat und E-Mail

Dies sind definitiv zwei meiner Hauptarbeitsmittel. Beide sind Werkzeuge zur asynchronen Kommunikation. Chat ist dabei in der Regel schneller als E-Mail, wobei ich persönlich E-Mails besser strukturieren kann und Dinge leichter in E-Mails wiederfinde.

Aus Gesprächen mit Menschen aus verschiedenen Unternehmen weiß ich, dass Chat Fluch und Segen sein kann. Dies ist jedoch kein technisches Problem, sondern hängt von der Unternehmenskultur und der persönlichen Disziplin ab. Wird erwartet, dass jeder zu jederzeit erreichbar ist und prompt reagiert, kann das die Produktivität ziemlich in den Keller drücken.

Setzt man einen Status wie verfügbar, beschäftigt, im Termin u.ä. und wird dies respektiert, kann Chat die Kommunikation wunderbar unterstützen. Das klappt selbst dann, wenn es mehrere Chats-Werkzeuge gibt.

Telefon

Zum Glück werde ich nur sehr selten angerufen und ich rufe auch nur selten jemanden an. Warum? Ich empfinde unangekündigte Anrufe als Störung, denn sie unterbrechen meine Arbeit. Und was ich selbst nicht will, das man mir tu, das füge ich niemand anderem zu.

Das Telefon ist für mich ein Kommunikationsmittel für den Fall, wenn es etwas sehr Dringendes zu bereden gibt. Oder wenn ich weiß, dass es das bevorzugte Kommunikationsmittel der Person ist, von der ich etwas möchte.

Es gibt Dinge, die kann man am Telefon oder in einer Videokonferenz schneller bzw. einfacher klären als in einer langen Chat- oder E-Mail-Diskussion. Ich empfinde es dann allerdings als höflich, wenn man für das Telefonat einen Termin vereinbart, statt ohne Vorwarnung durchzuklingeln.

Mich freut es sehr, dass ich nicht ständig von eingehenden Anrufen und Video-Calls gestört werde.

Dinge, die mir persönlich wichtig sind

  • Ich sehe meine Familie morgens, bevor mein Kind in die Schule muss und ich mit der Arbeit beginne
  • Meine Frau bringt mir liebevoll Kaffee!
  • Mittags kann ich gemeinsam mit meiner Frau essen (Sorry Ex-Kollegen, meine Frau kocht deutlich besser als die Mensa)
  • Ich bin schon daheim, wenn mein Sohn heim kommt; ich sehe ihn länger als wenn ich pendel
  • Ich muss nicht mehr pendeln; diese hat mich über die Jahre immer mehr genervt (siehe dazu auch [11] in den Quellen)

Fazit

Aktuell passt die Form der mobilen Arbeit, wie sie in meinem Team bei Red Hat gelebt wird, sehr gut zu meinen persönlichen Vorlieben und meiner Lebenssituation.

Mir gefällt es, dass ich in Ruhe und allein arbeiten kann, gleichzeitig aber ein guter Kontakt zu Kolleg*innen existiert, mit denen ich mich austauschen kann. Ich bin sehr zufrieden und hoffe, dass es noch lange so weitergeht.

Herausforderungen in der Zusammenarbeit und Kommunikation liegen in meiner Erfahrung meist in der Unternehmenskultur begründet und nur selten in der Technik. Daher empfehle ich allen, bei denen es nicht optimal läuft, über Anforderungen zu sprechen und erst danach über mögliche Programme zur Lösung derselben.

Euch wünsche ich, dass ihr ein Arbeits(zeit)modell findet, das gut zu euch passt. Wenn ihr Lust habt, teilt doch gern eure Erfahrungen mit eurer Arbeit im Büro, hybrid oder remote hier. Ich freue mich zu erfahren, wie ihr heute arbeitet und wie zufrieden ihr damit seid.

Quellen und weiterführende Links

  1. Arbeitszeit, Arbeitsschutz, Datenschutz: Was Mobilarbeit von Homeoffice unterscheidet. 2020-10-13. Claudia Knuth. Partnerin und Fachanwältin für Arbeitsrecht, Lutz Abel Hamburg/Berlin
  2. Homeoffice, Telearbeit und mobiles Arbeiten. 2022-07-12.
  3. Homeoffice, Telearbeit oder mobile Arbeit? – eine Abgrenzung. 2022-07-27. Katharina Fenner
  4. Homeoffice und mobile Arbeit. 2023-05-23. ver.di
  5. Mobile Arbeit, Telearbeit, Homeoffice – Kennen Sie den Unterschied?. 2021-01-27. Christine Molketin M.A.
  6. Duden-Definition von Homeoffice
  7. Paul Watzlawick – Wikipedia
  8. Metakommunikatives Axiom – Wikipedia
  9. Friedemann Schulz von Thun – Wikipedia
  10. Vier-Seiten-Modell – Wikipedia
  11. Der Umwelt und mir gefällt es am besten, wenn „ihr“ mich „remote“ arbeiten lasst.

Der Umwelt und mir gefällt es am besten, wenn „ihr“ mich „remote“ arbeiten lasst.

Themen wie der Klimawandel, Maßnahmen zum Schutz des Klimas, nachhaltige Lebensweise und der sparsame Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten sind die letzten Monate in unseren Medien omnipräsent.

In den letzten Tagen machen Nachrichten über steigende Benzinpreise und Preissteigerungen bei der Bahn Schlagzeilen. In den Kommentarspalten treffen nun wieder die Freunde des Individualverkehrs und die Liebhaber des ÖPNV aufeinander und streiten über Vor- und Nachteile und die sinnvollste Verknüpfung der letzteren.

An dieser Stelle folgt nun keine Rechnung für oder wider das Auto. Sondern ein Appell, das beizubehalten, was in der Pandemie gut funktioniert hat. Das Homeoffice nämlich.

Meine Dienststelle liegt ca. 33 km von meinem Wohnort entfernt. Vor der Pandemie bin ich fünf Tage in der Woche gependelt. Dabei benötige ich mit dem Auto für eine Strecke je nach Verkehrslage 40-50 Minuten.

Möchte ich auf das Auto verzichten, verlängert sich die einfache Fahrzeit auf 96-150 Minuten, je nach Verbindung. Das ist für mich inakzeptabel, denn ich möchte ja auch noch etwas vom Tag und meiner Familie haben. Die Fahrzeit lässt sich auf 69 Minuten reduzieren, wenn ich die ersten 12 km mit dem Auto bis zu einer günstigen Haltestelle fahre. Da fahre ich die restlichen 21 km lieber auch noch selbst und spare mir die Zeit.

Seit die Pandemie über uns kam, arbeite ich von daheim. Die Dienststelle suche ich jetzt eher an 5 Tagen im Quartal auf. Nämlich immer dann, wenn Arbeiten nicht von daheim ausgeführt werden können, keine Remote-Hands verfügbar sind, ich meine Post abholen muss oder ich einfach mal mit einem Kollegen essen gehen möchte.

Damit spare ich mir täglich 1,5 Std. auf der Straße und meinem Auto und der Umwelt ca. 14.000 km im Jahr.

Für mich und viele meines Berufsstandes funktioniert dieses Modell sehr gut. Mir ist bewusst, dass dieses Modell nicht für alle Erwerbstätigen möglich oder wünschenswert ist, doch ist es, denke ich, für ebenso viele ein Segen.

Daher wünsche ich mir, dass die Pandemie schnell enden möge und all jene, denen es so geht wie mir, im Homeoffice bleiben dürfen.

Update 2022-08-26: Mit der Dienstvereinbarung FlexWork hat meine Dienststelle die Möglichkeit geschaffen, bis zu 60 % der geschuldeten Arbeitszeit aus dem Heimbüro zu erbringen. Nach diesem Modell arbeite ich nun schon einige Monate und bin sehr zufrieden damit. Etwas Raum für Verbesserung gibt es noch. Ich würde mir 80 % FlexWork wünschen oder eine Regelung nur noch in die Dienststelle kommen zu müssen, wenn es mir beliebt bzw. Arbeiten nicht remote ausgeführt werden können.

Elektrisch höhenverstellbarer Schreibtisch für das Arbeitszimmer

Die Corona-Pandemie hat auch meinen Arbeitsplatz verändert und ich arbeite seit März im Homeoffice.

Nun zähle ich bereits zu den Glücklichen, die ein eigenes Arbeitszimmer und einen ordentlichen Schreibtisch haben. Beim Thema Bürostuhl habe ich mir beholfen, indem ich meinen Stuhl aus der Dienststelle mit heim genommen habe. Anmerkung: Fragt im Zweifel eure Vorgesetzten um Erlaubnis. Doch ein guter Bürostuhl ist für eure Gesundheit sein Gewicht in Gold wert.

Um nun nicht die gesamte Arbeitszeit im Sitzen zu verbringen, beschäftige ich mich mit dem Gedanken (und das schon ziemlich lange), für daheim ein elektrisch höhenverstellbares Tischgestell anzuschaffen, auf das ich eine meiner vorhandenen Arbeitsplatten montieren kann.

Rahmenbedingungen

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Die Arbeitsplatte rechts im Bild soll zu einem elektrisch höhenverstellbaren Tisch umgerüstet werden.
  • Vorhandene Arbeitsplatte mit dem Maßen (BxT) in cm: 150×80
  • Höhe obere Kante (sitzend): 74 cm
  • Meine Größe: ca. 188 cm
  • Wunscharbeitshöhe (stehend): ca. 114-120 cm
  • Abstand Tischbeine: 127,5 cm

Bei der Wunscharbeitshöhe (stehend) bin ich mir noch unsicher. Dies kann ich vermutlich erst dann wirklich beurteilen, wenn ich einige Stunden an einem entsprechenden Tisch gearbeitet habe.

Objekte der Begierde

Nach einer Internetrecherche habe ich folgende drei Tischgestelle ins Auge gefasst:

  1. Das FlexiSpot E5, welches mir von einem Arbeitskollegen empfohlen wurde
  2. Das Boho Office® Basic Line von Boho Möbelwerkstatt
  3. Das OFFICE ONE, von moebel-eins

Die drei genannten elektrisch höhenverstellbaren Tischgestelle sind für Preise zwischen 359 € und 388 € (Stand: 11.08.2020) im Internet zu finden und werden in der Regel frei Haus geliefert. Alle drei passen grundsätzlich zu oben genannten Rahmenbedingungen und kommen daher prinzipiell in Frage.

Für das FlexiSpot-Gestell spricht, dass es aktuell mit 10%-Rabatt zu bekommen ist (Stand 11.08.2020) und eine mir bekannte Person damit zufrieden ist. Für mich haben Empfehlungen von Bekannten stets mehr Gewicht, als Bewertungen Unbekannter. Meine vorhandene Tischplatte liegt mit ihren 80 cm Tiefe zwar an der Grenze, jedoch noch im Toleranzbereich.

Für das Tischgestell der Boho Möbelwerkstatt spricht, dass es zusätzlich über einen Kollisionsschutz verfügt und die Firma in Rietberg ansässig ist. Der Ort liegt bei mir quasi um die Ecke und ich könnte mit einem Kauf ein Unternehmen aus der Region unterstützen. Gegen das Modell spricht für mich nur der Preis, welcher mit 388 € am oberen Rand liegt und die Aussage, dass eine Belastung mit 80 kg empfohlen wird, obwohl er auch 120 kg ausreichend stabil sei.

Die Nummer drei aus obiger Liste stammt ebenfalls von einem Unternehmen aus Deutschland, bietet ebenfalls einen Kollisionsschutz und liegt preislich mit 359 € im Mittelfeld. Mit den angegebenen 130 kg bietet dieses Modell die größte Belastbarkeit. Im Gegensatz zu den anderen beiden Modellen bietet der Hersteller keine Garantie, die über die gesetzliche Gewährleistung hinausreicht.

Dann sind da noch Gestelle für die Ecke

Die Varianten für elektrisch höhenverstellbare Eck-Tischgestelle würden prinzipiell optimal zu meinem bestehenden Schreibtisch passen würden.

  1. Boho Office Basic Line 90
  2. Office One elektrisch höhenverstellbares Eck-Tischgestell

Mit diesen könnte ich den gesamten Tisch in der Höhe verstellen und hätte keine Lücke zwischen der höhenverstellbaren Platte und dem Rest des Tisches.

Allerdings sind 559-649 € schon eine andere Hausnummer.

Zwischenfazit

Aktuell ist das Homeoffice bis zum 30. April mein regelmäßiger Arbeitsplatz. Ob diese Regelung verlängert wird oder ich danach von einer Homeoffice-Regelung profitieren kann ist ungewisst.

Ich würde dazu tendieren, in ein elektrisch höhenverstellbares Eck-Tischgestell zu investieren. Doch nicht in einer Situation, in der nicht sicher ist, auch regelmäßig daran arbeiten zu können.

Daher zögere ich eine Entscheidung hinaus, bis ich Klarheit über eine mögliche Homeoffice-Regelung habe.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie es mit der Entscheidungsfindung weitergeht.

Und der Gewinner ist FlexiSpot E5

Es tut mir leid, dass ich euch hier so lange auf die Folter gespannt habe. Doch nun ist die Entscheidung gefallen. Die Bestellung des FlexiSpot E5 inkl. der Computerhalterung CH1 ist soeben rausgegangen.

Ausschlaggebend waren die Empfehlung meines Kollegen, die Garantie und der Preis. Mit einem Rabatt von 10% habe ich das Gestell und die Computerhalterung für insgesamt 377,23 € bekommen.

Wie die Corona-Pandemie den eigenen Arbeitsplatz verändert

Für viele Arbeitnehmer*innen hat sich der Arbeitsplatz in den vergangenen Tagen drastisch verändert. Statt die tägliche Arbeitsleistung in der Firma, der Dienststelle oder dem Büro zu erbringen, ist nun Telearbeit, auch Homeoffice genannt, angesagt.

Seit Mitte März arbeite auch ich von daheim. An dieser Stelle möchte ich meine Erfahrungen mit euch teilen.

Doch zuerst möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei meinen Kollegen und Kolleginnen aus der Abteilung Desktop Services bedanken. Diese haben unter großer Anstrengung dafür gesorgt, dass wir kurzfristig mit adäquatem Arbeitsgerät ausgestattet wurden, um die nächsten Tage, Wochen oder sogar Monate von zu Hause aus arbeiten zu können. Vielen Dank!

Von daheim zu arbeiten ist für viele Kolleg*innen und mich eine völlig neue Situation. Stand die Möglichkeit der Telearbeit in der Vergangenheit doch nicht allen Mitarbeiter*innen offen und wurde nur genehmigt, wenn bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt waren. Hinzukommt, dass plötzlich alles ganz schnell ging und kaum Zeit blieb, um eine Organisation mit mehreren tausend Beschäftigten geordnet und geregelt auf Telearbeit umzustellen. Meiner persönlichen Erfahrung nach hat es dennoch gut geklappt. Und so berichte ich nun aus meinem Arbeitszimmer.

Mein Arbeitsplatz bzw. mein Arbeitszimmer

Glücklich ist, wer ein Arbeitszimmer hat. Denn hier findet sich nicht nur entsprechendes Mobiliar und Platz für die notwendigen Arbeitsmittel. Es hilft mir auch dabei, Berufliches und Privates voneinander zu trennen.

So habe ich eine Arbeitsfläche auf meinem Schreibtisch von meinen Bastel-Projekten befreit und dort die Gerätschaften aufgebaut, die mein Arbeitgeber mir mitgegeben hat (außer dem Baby-Yoda, den meine Frau gehäkelt hat und der schicken R61-USB-Tastatur, das ist meine :D )

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Bild meines aktuellen Arbeitsplatzes

Ich habe den Platz so eingerichtet, dass von außen einfallendes Licht nicht blendet, ich jedoch gleichzeitig nicht im Dunkeln sitzen muss. Das künstliche Licht leuchtet das Arbeitszimmer bei Bedarf gleichmäßig aus, ohne zu blenden oder ungünstige Schatten auf meinen Arbeitsplatz zu werfen. So lässt es sich gut arbeiten, ohne allzu schnell zu ermüden.

Im Zusammenhang mit einem häuslichen Arbeitszimmer stellt sich oft die Frage, ob dieses steuerlich absetzbar ist. Diese Frage kann ich euch leider nicht beantworten. Ich habe hier ein paar Links zusammengesucht, welche eine erste Orientierung bieten können. Weitere Hilfe bieten die Steuerberater*innen und Lohnsteuerhilfevereine.

Rituale helfen, Beruf und Privatleben zu trennen

Vor dem Wechsel ins Homeoffice hatte ich ca. 40 Minuten Fahrtzeit mit dem Auto von der Dienststelle nach Hause. Zeit genug, um abzuschalten. Jetzt beträgt die einfache Wegstrecke zur virtuellen Dienststelle ca. 2,5 Meter.

Um nun dennoch möglichst schnell abschalten und ins Privatleben wechseln zu können, habe ich mir ein paar einfache Rituale angewöhnt, die mir helfen, mir Beginn und Ende meiner Arbeit bewusst zu machen.

Dazu gehört, dass ich jeden Morgen zum Arbeitsbeginn die Jalousie im Arbeitszimmer hochziehe, das Fenster zum Lüften öffne und mir ein frisches Glas mit Wasser zurecht stelle. Erst dann schalte ich das Notebook ein und beginne meinen Tag damit, dass ich meine Kolleg*innen in unserem Teamchat grüße und ihnen einen schönen Tag wünsche.

Zum Feierabend hin ist der Ablauf sehr ähnlich. Ich verabschiede mich aus dem Teamchat, beende die Verbindungen zu den Systemen, mit denen ich den Tag über gearbeitet habe, fahre das Notebook herunter, schließe die Jalousie des Arbeitszimmers, räume Gläser, Tassen und leere Flaschen ab und ziehe beim Verlassen des Arbeitszimmers die Tür hinter mir zu. Dies alles sind nur kleine und unscheinbare Tätigkeiten, doch helfen sie mir dabei, Beginn und Ende der Arbeit bewusst wahrzunehmen.

Rituale können besonders dann wichtig sein, wenn man kein separates Arbeitszimmer besitzt, bei dem man die Tür hinter sich zuziehen kann. Zum Beispiel, wenn der Arbeitsplatz in der Ecke des Wohnzimmers oder am Esszimmertisch existiert.

Schlussworte

Bisher empfinde ich die Arbeit von daheim als angenehm. ich kann weitgehend ungestört von äußeren Einflüssen arbeiten und der lange Arbeitsweg entfällt. So kann ich weniger Zeit auf der Straße und mehr Zeit mit meiner Familie verbringen.

Wie sieht es bei euch im Homeoffice aus? Besitzt ihr ein Arbeitszimmer oder wie habt ihr euch eingerichtet? Habt ihr ebenfalls Rituale rund um das Homeoffice? Wenn ja, wie sehen diese aus? Teilt eure Erfahrungen und Tipps gerne unten in den Kommentaren.