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Kommentar zu Docker – Genauso schlimm wie befürchtet

Marius hat gestern in Braunschweig darüber gebloggt, dass Docker – Genauso schlimm wie befürchtet ist. Bis Marius zu seiner Analyse kommt, stimme ich ihm voll und ganz zu. Auch ich gehöre zu den ewig gestrigen, den Nörglern, Pessimisten und Schwarzsehern, welche es von Anfang an gesagt haben. Und unsere düstere Vorsehung ist eingetreten. Welch Überraschung.

Wo ich Marius nicht mehr zustimme, sind die Ergebnisse seiner Analyse, welche er in der zweiten Hälfte seines Artikels vornimmt. So schreibt er dort:

Der sicherere Ansatz ist und bleibt, daß jemand das OS vorgibt und sich die Apps an die Umgebung anpassen müssen. Damit sind die gezwungen Updates zu machen und das dient dann der allgemeinen Sicherheit.

URL: https://marius.bloggt-in-braunschweig.de/2019/02/27/docker-genauso-schlimm-wie-befuerchtet/

Diese Aussage ist in meinen Augen falsch. Denn niemand wird gezwungen, Updates für die in einem Betriebssystem installierten Anwendungen zu veröffentlichen. Folgende Beispiele sollen dies verdeutlichen.

Man nehme ein herkömmliches Betriebssystem, sagen wir Ubuntu oder Red Hat Enterprise Linux. Unter beiden Betriebssystemen kann ich mir nun eine Anwendung als DEB- bzw. RPM-Paket oder auch ganz klassisch als TAR-Archiv aus dem Internet herunterladen und auf meinem Betriebssystem installieren. Habe ich nun eine Garantie, dass ich Sicherheitsupdates für diese Software erhalte? Die Antwort lautet: Nein.

Verwendet man eine nach obigem Muster installierte Software und nutzt diese gemeinsame Bibliotheken, mag man das Glück haben, dass die Software nach der Aktualisierung eben dieser Bibliotheken nicht mehr funktioniert. Ob man dies als Sicherheitsgewinn wertet oder es doch nur ein Ärgernis ist, sei einmal dahingestellt.

Im Ubuntuversum soll die Paketquelle universe als abschreckendes Beispiel dienen. In dieser befindet sich so viel alte und nicht mehr gepflegte Software, dass man auch hier die Chance hat, Anwendungen mit ein oder mehreren Sicherheitslücken zu finden.

Zugegeben, mit einer zentralen Paketverwaltung ist es einfacher, sein System aktuell zu halten, um es vor Sicherheitslücken zu schützen. Eine Garantie ist es nicht und kein Sysadmin sollte sich darauf ausruhen.

Abzulehnen ist also alles, was eine App installiert, die mit eigener Umgebung kommt, sowas wie FlatPak, Docker und Snap.

URL: https://marius.bloggt-in-braunschweig.de/2019/02/27/docker-genauso-schlimm-wie-befuerchtet

Marius schließt seinen Beitrag mit obigem Satz. Dieser ist mir zu pauschal. Denn FlatPak, Docker und Snap sind nicht per Definition unsicher. Wer sich jedoch ohne lange nachzudenken, den erstbesten Container vom Docker Hub herunterlädt ist selber schuld.

Es gibt jedoch auch die Möglichkeit eine eigene Registry für Container aufzusetzen und zu betreiben, um nur Container zu verwenden, die man selbst geprüft bzw. gebaut hat. Oder man nutzt die Registries der Enterprise Distributionen wie z.B. Red Hat OpenShift, welche sich gegen Entgelt um die Bereitstellung geprüfter Container-Images kümmern. Auch dies ist keine Garantie für (absolute) Sicherheit und Aktualität. Doch hat hier wenigstens jemand den Sicherheitsaspekt im Auge und arbeitet an diesem Thema. Dies ist im Vergleich zur völlig freien, unkontrollierten und schwer prüfbaren Müllhalde ein großer Vorteil.

Ähnliches gilt für FlatPak und Snap. Letztlich stehen und fallen die kommerziellen Angebote damit, wie gut ihr Anbieter seinen Job macht. Auch hier wurden schon Pakete gefunden, die neben ihrer eigentlichen Aufgabe noch einen Zweitjob (Crypto currency mining) hatten.

Für pauschale bzw. absolute Aussagen ist es in meinen Augen noch zu früh. Wir werden noch eine Weile abwarten müssen, wie sich die einzelnen Projekte weiterentwickeln. Als Sysadmin sollte man weiterhin stets auf der Hut sein und seinen gesunden Menschenverstand benutzen.