Meine privaten Arbeitsmittel Anfang 2022

Ich selbst lese gern, womit andere Blogger dienstlich und privat arbeiten. Heute schreibe ich auf, wie dies Anfang 2022 bei mir aussieht. Dieser Artikel ist für euch. Viel Spaß beim Lesen.

Smartphone

Mein nahezu ständiger Begleiter ist das Smartphone Sony Xperia XZ2 Compact. Dieses nutze ich bereits seit Mai 2018 und es wird mir hoffentlich noch ein paar Jahre gute Dienste leisten. Als potenziellen Nachfolger habe ich ein Fairphone ins Auge gefasst. Ich nutzte das Gerät:

  • Um Bilder und Videos von meiner entzückenden Familie zu machen (meine Frau bestand auf diesen sehr wichtigen Hinweis)
  • Zum Telefonieren
  • Als Terminkalender
  • Für Chat und Kurznachrichten mit Matrix über Element (dienstlich), SMS und Threema (bevorzugt)
  • Zur E-Mail-Kommunikation mit K-9-Mail
  • Die Internetrecherche mit Firefox, Firefox Klar und dem Tor Browser
  • Zum Konsum von RSS-Feeds mit Feedly
  • Nutzung diverser sozialer Netzwerkwerke wie Facebook, LinkedIn, Mastodon, Twitter und XING
  • Mit bestimmt drei Dutzend weiteren Apps

Tablet

Vom Telefonieren und den Kurznachrichten abgesehen verwende ich für die gleichen Zwecke wie oben seit Mitte 2019 auch ein Samsung T830 Galaxy Tab S4 Wi-Fi Tablet. Durch seine 10,5 Zoll (ca. 27 cm) Bildschirmdiagonale, das geringe Gewicht und mit der App ReadEra eignet es sich hervorragend zum Lesen von PDF-Dateien und E-Books. Darüber hinaus nutze ich auf dem Tablet häufig den Android-Terminal-Emulator Termux. Zusammen mit der Tastatur-Hülle von Fintie dient es mir regelmäßig als Laptop-Ersatz. Dabei finde ich besonders das Preis-/Leistungs-Verhältnis der Tastatur-Hülle unschlagbar gut. Ich habe zuvor nicht wirklich daran geglaubt so gut auf einer doch sehr kleinen und günstigen Tastatur schreiben zu können.

Die Bedienung mit dem S-Pen ist nicht ganz so gut wie die von Apple, doch durchaus gut zu nutzen. Allerdings bin ich wieder dazu übergegangen längere Notizen und Gedanken mit Tinte in einem Notizbuch aus Papier festzuhalten. Das Schreiben mit der Hand auf Papier gefällt mir gut und ist eine Abwechslung zum ständigen Tippen.

Auf dem Tablet habe ich sicher nochmal ein Dutzend mehr Apps, als auf dem Smartphone. Doch möchte ich hier nicht alle auflisten. Die wichtigsten habe ich, glaube ich, genannt.

Laptop

In 2021 neu hinzugekommen ist ein Lenovo ThinkPad T14s (AMD). Auf diesem läuft aktuell Fedora 35. Zu den meistgenutzten Anwendungen zählen:

  • Thunderbird für E-Mail, Kalender und Aufgaben
  • Chromium für Videokonferenzen
  • Firefox für den Rest vom Web
  • Das Gnome-Terminal
  • Der beste Editor überhaupt: Vim
  • Rambox als Sammelecke für:
    • Element
    • Threema
    • Slack
    • XING
    • LinkedIn
    • Feedly
    • Mastodon
  • Lokale Instanz von LanguageTool, um auf Rechtschreibung und Grammatik aufzupassen
  • TeX Live zum Erstellen von allem, was mal in PDF oder auf Papier gebannt werden soll; als Editor nutze ich Vim.

An Letztem schätze ich, dass ich die ganzen Chat-, Nachrichten und Sozialen-Medien in einem separaten Fenster habe, wo ich sie insgesamt oder selektiv stumm schalten kann.

Insgesamt macht das T14s soviel Spaß, dass ich das Tablet tatsächlich nur noch fast ausschließlich zum Lesen verwende und sämtliche Schreib-, Programmier- und Recherche-Arbeiten an diesem Gerät verrichte.

Desktop/Server-PC

In meinem häuslichen Arbeitszimmer steht noch ein PC der Marke Eigenbau unter dem Schreibtisch. Ein Debian Bullseye verwaltet darin die folgenden Komponenten:

  • Motherboard: MSI MS-7C56/B550-A PRO
  • CPU: AMD Ryzen 5 PRO 4650G with Radeon Graphics
  • 32 GB RAM
  • 240 GB SSD und 1 TB HDD
working-space
Mein Arbeitsplatz 2022, mit höhenverstellbarem Schreibtisch, privater Workstation und Kabelmonster unter der Arbeitsplatte sowie dazugehöriger Ein- und Ausgabegeräte darauf (links im Bild). Rechts davon meine dienstlichen Arbeitsmittel.

Von Rambox abgesehen verwende ich auf diesem Gerät die gleichen Anwendungen wie auf dem Laptop. Zusätzlich dient mir dieser Rechner als KVM-/QEMUHypervisor. Die darin betriebenen virtuellen Maschinen dienen mir als Heimlabor, Entwicklungs- und Test-Umgebung. Produktive Dienste hoste ich darauf aktuell nicht.

Sonstige Geräte im Netzwerk

Seit nunmehr über 15 Jahren halten mein Netzwerk-Drucker und -Scanner Brother DCP-540CN und ich uns gegenseitig die Treue. Die Tintenpatronen sind seit Jahren für sehr geringe Preise zu bekommen und das Gerät verrichtet zuverlässig seinen Dienst. Die lange Laufzeit ist in meinen Augen ein Beweis für die Qualität dieses Gerätes. Zum Scannen unter Linux verwende ich die Anwendung XSane. Über die Jahre hat die Einrichtung unter verschiedenen Distributionen und Releases immer mal wieder etwas gehakt. Doch insgesamt bin ich wirklich sehr zufrieden mit dem Gerät und der Unterstützung unter Linux.

Nicht ganz so lange begleitet mich die Synology Diskstation DS213air. Ausschlaggebend für den Kauf war damals die integrierte WLAN-Unterstützung. Seit einigen Jahren nehmen die zu einem RAID-1 verbundenen Toshiba DT01ACA300 3 TB HDDs verschiedenste Daten auf. Das NAS dient als:

  • Backup-Ziel für diverse weitere Geräte im LAN
  • Netzwerk-Speicher für gemeinsam genutzte Dateien
  • Host für einige Git-Repos
  • Audio-, Foto- und Video-Station

Die Daten, die nicht bereits Backups darstellen, werden auf eine direkt angeschlossene 2,5 Zoll USB-HDD sowie mit einem Reverse-SSH-Tunnel offsite gesichert.

Dann gibt es da noch einen Pi-Hole auf einem Raspberry Pi 2 Model B, welcher für DHCP und DNS verantwortlich ist. Dann gibt es da noch einen Pi der ersten Generation. Dieser hostet FHEM und ruft einige Parameter meiner PV-Anlage ab.

Übrigens sind keine Geräte in meinem LAN aus dem Internet erreichbar. Auch nicht per VPN. Es steht also keine Tür offen, durch die der Schmutz aus dem Internet hereinwehen kann. Den Datenverkehr, der das LAN verlässt, möchte ich zukünftig ebenfalls limitieren. Hier suche ich noch nach einer geeigneten Lösung.

Irgendetwas as a Service

Diesen WordPress-Blog betreibe ich selbst auf einem Virtual Private Server (VPS) von Contabo. Als Betriebssystem kommt Debian Bullseye zum Einsatz und NGINX ist der Webserver meiner Wahl. Auf diesem System läuft auch eine Rootless-Podman-Installation, welche ich nutze, um mich mit Linux-Containern vertraut zu machen.

Um E-Mails, Termine und Aufgaben kümmert sich bereits seit einigen Jahren Mailbox.org. Die genannten Dienste nutze ich auf meinen Endgeräten in den Programmen Thunderbird, K-9-Mail sowie mit den Apps:

  • OX Sync App
  • OX Tasks
  • OX Drive

Maibox.org nutze ich ebenfalls für gelegentliche Videokonferenzen im Webbrowser mit 3-5 Teilnehmern.

Meine Domain und die dazugehörige DNS-Verwaltung liegen seit Jahren bei ClouDNS. Die Zonen-Updates sind schnell und ich hatte bisher noch nie Probleme mit dem Dienst.

Und ich bin noch einer der Ewig-gestrigen, die TeamDrive 3 auf Laptop, Tablet und PC nutzen. Der dazugehörige TeamDrive Personal Server läuft ebenfalls auf meinem VPS.

Zusammenfassung

Wie ihr gelesen habt, nutze ich mit wenigen Ausnahmen alte bis uralte Hardware, welche jedoch noch tadellos ihren Dienst verrichtet und meinen Ansprüchen voll und ganz genügt.

Grundsätzlich suche ich meine Geräte danach aus, dass sie meine Anforderungen erfüllen und den Eindruck erwecken, möglichst lange Unterstützung (Garantie, Updates, Ersatzteilverfügbarkeit, etc.) zu erhalten. Das muss kein Dogma sein. So gönne ich mir auch gerne mal etwas Neues wie z.B. das T14s. Deshalb landen die älteren Modelle T410 und X201 nicht auf dem Müll, sondern werden einem neuen Verwendungszweck zugeführt.

Ich hoffe, der Artikel hat euch ein wenig unterhalten. Lasst mich gern in einem Kommentar wissen, ob und wie euch diese Art von Artikeln gefallen. Kommt gut in die neue Woche.

9 Gedanken zu „Meine privaten Arbeitsmittel Anfang 2022

  1. Jörg Kastning Beitragsautor

    Hallo Ferdinand,
    Danke für dein Feedback.

    Ich kann zu einzelnen Punkten sicher noch tiefer ins Detail gehen, wollte den Artikel aber auch nicht zu lang werden lassen. Er ist so schon etwas länger geraten, als ursprünglich angenommen.

    Viele Grüße
    Jörg

    Antworten
  2. Kai

    Ich habe mir gerade vor einem Monat einen HP Drucker inklusive Scanner besorgt, da HP gut unter Linux drucken und scannen kann. Leider ist das Auffüllen der Tintenpatronen sehr schwierig, da HP da restrikiv ist. Hätte ich gewusst, dass Brother auch so gut läuft, hätte ich mich wohl anders entschieden.

    Antworten
    1. Jörg Kastning Beitragsautor

      Hallo Kai,
      wie restriktiv Brother bei aktuellen Modellen mit den Tintenpatronen ist, weiß ich ehrlich nicht. Mein Gerät ist von Brother ja schon lange abgeschrieben und für Dritthersteller geöffnet. Und die überragende Haltbarkeit ist ein echter Glücksgriff.

      Meine Frau besitzt ein Brother MFC-J890DW. Zumindest der Scanner funktioniert auch über das Netzwerk unter Debian gut. Gedruckt habe ich bei ihr bisher noch nicht, sodass ich dazu nichts sagen mag.
      Viele Grüße
      Jörg

      Antworten
  3. Pingback: Wie und wo entsteht LinuxNews - Linux News

  4. Dirk Deimeke

    Ich wollte Dir schon lange ein paar Empfehlungen zum Artikel schreiben.

    Mein Mobiltelefon ist das Fairphone 3, vermutlich werde ich in zwei Jahren auf das Fairphone 5 umsteigen. Als Browser nutze ich Bromite (via F-Droid) und FairEmail als Mailclient. Ich überlege schon länger, E-Mail gar nicht mehr mit eigener App zu nutzen. Wenn ich mal Mails brauche, kann ich auch den Webclient nutzen. Ach ja, und Matrix ist mein Hauptmessenger.

    Als Tablet habe ich ein Samsung Galaxy Tab S5e mit Keyboard-Cover. Mittlerweile merke ich, dass mir das zu klein ist. Ich würde mir kein Notebook mehr kaufen und stattdessen auf ein grösseres Tablet wechseln. Mein E-Book-Reader und E-Note-Taker hat 13.3 Zoll, das ist ein super Format.

    Schau Dir doch einmal Ungoogled Chromium für Videokonferenzen an.

    Scanner und Drucker sind bei mir auch schon steinalt, ein CanonScan LiDE 60 und ein Kyocera FS-C5250DN..

    Der Technik, die ich verwende, habe ich eine eigene statische Seite in meinem Blog gegeben: https://deimeke.link/technik

    Antworten
    1. Jörg Kastning Beitragsautor

      Danke Dirk.

      Das Fairphone habe ich als potenziellen Nachfolger bereits im Auge. Ich hoffe, dass mein Sony, mit dem ich sehr zufrieden bin, noch hält, bis das Fairphone 5 erschienen ist.

      Ohne Laptop kann ich nicht. Das ist einfach eine Geräteklasse, an der ich sehr hänge. Nun habe ich mir ja gerade letztes Jahr erst ein neues Gerät gekauft, das mir hoffentlich noch sehr lange gute Dienste leistet. Ich verfolge auch die Entwicklung des Framework Laptop, da ich mir sehr gut vorstellen kann, mal ein solches Gerät zu nutzen.

      Ebenso kann ich nicht ohne dedizierte Mail-App. Für mich ist E-Mail das Hauptkommunikationsmittel für asynchrone Kommunikation. Mit den entsprechenden Client-Anwendungen kann ich meinen Schriftverkehr, Arbeiten, etc. gut strukturieren und mich der Beantwortung von Nachrichten widmen, wenn ich die Zeit und Muße dafür habe. Selbstverständlich nutze ich auch Chat und Threema, doch fällt es mir deutlich schwerer darin ältere Inhalte wiederzufinden oder themenbezogene Kommunikation zu verwalten und wieder aufzunehmen. Mir ist bewusst, dass es hier mehr als einen guten Weg gibt. Immerhin sind wir Menschen sehr verschieden. :-)

      An eine eigene Technikseite habe ich auch schonmal gedacht. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass so eine Seite kaum jemanden meiner Leser interessiert und ich scheue den Aufwand diese aktuell zu halten. Mal sehen, ob sich das in Zukunft ändert.

      Viele Grüße
      Jörg

      Antworten
      1. Dirk Deimeke

        Ich habe bei mir einfach gemerkt, dass ich das Notebook schon vor der Pandemie nur vielleicht zehnmal mobil benutzt habe, daher habe ich im letzten Jahr auch einen Standrechner gekauft.

        „Eigentlich“ brauche ich das Notebook nur auf Veranstaltungen zum Präsentieren und das könnte ich mittlerweile auch mit dem Handy (oder Tablet),

        Versteh mich nicht falsch, auch bei mir ist E-Mail das Hauptkommunikationsmedium. Aber ich brauche den E-Mail-Client nicht auf dem Handy. E-Mails sind asynchron, da würde ich sowieso nicht über die Handy-Tastatur Mails verfassen. Für das gelegentliche Checken reicht Webmail (da sehe ich dann auch alle Ordner).

        Was das angeht, bin ich deutlich gelassener (geworden).

        So viel ändert sich auf der Technikseite ja nicht, als dass das ein grosser Aufwand wäre, sie aktuell zu halten.

        Antworten
  5. Pingback: Nextcloud im Container – Teil 1: Der Plan | My-IT-Brain

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.