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DE-Mail und E-Postbrief – Zwei echte Rohrkrepierer

Am 3. Mai 2011 trat das DE-Mail-Gesetz in Kraft. De-Mail und der E-Postbrief sollen dem Bürger die rechtssichere und vertrauliche Kommunikation im Internet ermöglichen. Wer noch nie etwas darüber gehört hat oder sein Gedächtnis auffrischen möchte, dem seien die verlinkten Wikipedia Artikel empfohlen.

Ich selbst besitze bereits seit Ende 2010 eine E-Postbrief Adresse. Damals faszinierte mich die Vorstellung keine Medien auf Cellulosebasis mehr verwenden zu müssen und endlich elektronisch und rechtsverbindlich mit Behörden, Ämtern und der Sparkasse kommunizieren zu können. Und was hat mir die Adresse bis heute genutzt? Richtig, rein gar nichts habe ich bisher davon.

Ich habe auf den Webseiten meiner Samtgemeinde, der Gemeinde meines Zweitwohnsitzes, des Landkreises, des Finanzamts und der Sparkasse gesucht. Vergeblich! Nirgendwo bei den öffentlichen Stellen oder Unternehmen der Privatwirtschaft konnte ich bisher eine De-Mail oder E-Postbrief Adresse finden. Was soll ich mir also Gedanken über die Vorbehalte machen, die es gegen De-Mail und den E-Postbrief gibt, wenn es nicht einmal einen Empfänger gibt, den ich auf diesem Weg kontaktieren kann?

Der Familie, Freunden, Bekannten oder Kollegen werde ich wohl kaum einen E-Postbrief schreiben. Warum sollte ich auch für etwas Geld bezahlen, dass ich auch kostenlos haben kann? All diesen Menschen ist gemein, dass sie sich in der Regel über eine schlichte E-Mail freuen. Adressaten für eine De-Mail wären Empfänger, die bisher auf schriftliche Mitteilungen via Brief oder Fax bestehen. Doch hier werden die Kommunikationsmittel des letzten Jahrhunderts wohl auch in Zukunft erste Wahl sein.

Die Entwicklung und Verbreitung schreitet hier so langsam voran, dass De-Mail und E-Postbrief die Chance haben zwei echte Rohrkrepierer zu werden.