Archiv des Monats: April 2023

Der Irrsinn mit den Zeitzonen

In diesem Beitrag möchte ich eine Lanze für die koordinierte Weltzeit (UTC) [1] brechen.

Die Geschichte dazu

Es waren einmal Alice und Bob. Diese lebten in unterschiedlichen Ländern auf unterschiedlichen Kontinenten unserer schönen Erde. Beide wollten sich zu einer Videokonferenz verabreden, am Samstag, dem 1.4.2023 um 11:00 Uhr (IST). Wobei (IST) die Abkürzung für die verwendete Zeitzone ist (siehe [2]).

Leider verharrten Alice und Bob jeweils allein im Videokonferenzraum und fanden nicht zueinander. Denn während Alice (IST) als Irish Standard Time (UTC+01) interpretierte, richtete sich Bob nach (IST) wie in Indian Standard Time (UTC+05:30). Schade, so haben sich die zwei um 4,5 Stunden verpasst.

Das Problem

Die Angabe der Zeitzone erfolgt überwiegend als Drei-Buchstaben-Akronym. Ungünstigerweise sind diese Akronyme häufig nicht eindeutig.

So findet das Akronym IST z.B. für folgende Zeitzonen Verwendung:

  • Indian Standard Time (UTC+05:30)
  • Irish Standard Time (UTC+01)
  • Israel Standard Time (UTC+02)

Und es lassen sich weitere schöne Beispiele finden. Hier nur eine kleine Auswahl:

AMT für:

  • Amazon Time (Brazil) (UTC-04)
  • Armenia Time (UTC+04)

AST für:

  • Arabia Standard Time (UTC+03)
  • Atlantic Standard Time (UTC-04)

CST für:

  • Central Standard Time (UTC-06)
  • China Standard Time (UTC+08)
  • Cuba Standard Time (UTC-05)

Hach, was habe ich es gut. Ich lebe im Winter in den Zeitzonen CET und MET. Bzw. im Sommer dementsprechend in CEST und MEST. Da ist es dann auch genauso spät

wie in IST. Ach Moment, welches IST ist das denn jetzt schon wieder?

Von der zusätzlichen Komplexität, welche durch die Zeitumstellung zum Winter bzw. Sommer entsteht, möchte ich gar nicht erst anfangen.

Doch verzagt nicht, es besteht Hoffnung, dass Alice und Bob doch noch zueinander finden.

Die koordinierte Weltzeit (UTC)

Wie bei allen anderen Zeitzonen auch wird bei der UTC [1] die Welt in Zonen eingeteilt. Der Vorteil in der Verwendung besteht darin, dass Alice und Bob sich nicht mehr darum kümmern müssen, in welcher Zeitzone der jeweils andere lebt und wie viel Uhr 10:00 (EDT) wohl in IST oder GMT+8 sein mag. Sie müssen sich nur merken, wie viele Stunden sie selbst der UTC-Zeit voraus bzw. hinterher sind.

Beispiel:
Meine lokale Zeit entspricht im Winter der Zone UTC+01 und im Sommer, wenn wir die Uhr eine Stunde vorstellen, der Zone UTC+02. Das kann ich mir einfach merken. Wenn sich jemand mit mir um 15:00 (UTC) treffen möchte, weiß ich abhängig von der Jahreszeit, dass ich entweder um 16:00 Uhr oder um 17:00 Uhr meiner lokalen Zeit am vereinbarten Treffpunkt sein muss.

Möchte ich mich selbst verabreden und meinem Besuch ersparen, meine Zeitzone zu raten oder die Zeit umrechnen zu müssen, rechne ich meine lokale Zeit einfach in UTC um. So entspricht in diesem Monat 15:00 Uhr (UTC+02) ganz einfach 13:00 Uhr (UTC). Lebt mein Besuch in UTC-03, so kann er leicht bestimmen, dass ich ihn um 10:00 Uhr seiner lokalen Zeit erwarte.

Das Happy End

Alice und Bob haben sich darauf geeinigt, zukünftig die koordinierte Weltzeit zu verwenden. Alice lebt in Irland und möchte sich mit Bob verabreden, wenn es bei ihr 10:00 Uhr ist. Die Zeitzone von Alice entspricht UTC+01. Sie verabredet sich mit Bob um 09:00 Uhr (UTC).

Bob weiß, dass er 5,5 Stunden zur UTC-Zeit hinzuaddieren muss, um seine lokale Zeit zu bestimmen. Er wählt sich also um 14:30 Uhr (UTC+05:30) in die Videokonferenz ein.

Und wenn sie nicht gestorben sind, so zoomen sie noch heute.

Zusammenfassung

Ich hoffe, diese kleine Geschichte hat euch ein wenig unterhalten und die Vorteile, die sich aus der Verwendung der koordinierten Weltzeit ergeben, deutlich gemacht.

Bis neulich (in UTC).

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Koordinierte_Weltzeit
  2. https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_time_zone_abbreviations (EN)
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Drei-Buchstaben-Akronym

Virtuellen Maschinen mithilfe der PowerCLI RAM hinzufügen oder entfernen

In diesem Tutorial beschreibe ich, wie mithilfe der PowerCLI die RAM-Größe einer virtuellen Maschine (VM) bearbeitet werden kann. Diese Methode lässt sich auch anwenden, um mehrere VMs in einem Arbeitsablauf zu bearbeiten. Dies bietet sich z.B. immer dann an, wenn so viele VMs betroffen sind, dass der Aufwand der manuellen Bearbeitung im vSphere-Client zu groß erscheint.

Die Idee hierzu stammt ursprünglich aus dem Artikel PowerShell Friday: Adding Memory with PowerCLI von Anne Jan Elsinga aus dem Jahr 2015.

Zielstellung

Es soll die Größe des Arbeitsspeichers von zunächst einer und anschließend mehrerer VMs bearbeitet werden. Dabei wird gezeigt, wie RAM im laufenden Betrieb erhöht und bei ausgeschalteten VMs reduziert werden kann.

Voraussetzungen

Eine funktionsfähige Installation der VMware PowerCLI und die Möglichkeit den vCenter Server über diese ansprechen zu können, ist Voraussetzung, um diesem Tutorial zu folgen.

Um den RAM einer VM im laufenden Zustand erhöhen zu können, muss die Option Memory Hot Plug der betreffenden VM aktiviert sein.

Anmeldung am vCenter

Zu Beginn verbindet man sich zu der vCenter-Instanz, deren VMs man bearbeiten möchte. Das Kommando hat folgenden Aufbau:

Connect-VIServer [-Server] <String[]> [-Protocol {http | https}] [-User <String>]

Beispiel:

Connect-VIServer -Server vcsa.beispiel.de -Protocol https -User alice@vsphere.local

Beispiel 1: RAM einer einzelnen VM erhöhen

Dieses Beispiel ist direkt dem Artikel PowerShell Friday: Adding Memory with PowerCLI entnommen.

Der Befehl ist ein Einzeiler:

Get-VM -Name MeineVM | Set-VM -MemoryGB 2

Werte kleiner GB werden dezimal spezifiziert:

Get-VM -Name MeineVM |Set-VM -MemoryGB 0.75

Beispiel 2: RAM mehrerer VMs erhöhen

Angenommen in meiner Umgebung existieren mehrere VMs, die nach dem Muster VM-Test- benannt sind, deren RAM auf 24 GB erhöht werden soll.

Zuerst kann man sich die gewünschte Zielgruppe anzeigen lassen:

PS C:\Users\joerg> Get-VM | Where-Object {$_ | Select-String -pattern "VM-Test-\d"} | Sort

Name          PowerState Num CPUs MemoryGB
----          ---------- -------- --------
VM-Test-01    PoweredOn  4        16.000
VM-Test-02    PoweredOn  4        16.000
VM-Test-03    PoweredOn  4        16.000
VM-Test-04    PoweredOn  4        16.000
VM-Test-05    PoweredOn  4        16.000
VM-Test-07    PoweredOn  4        16.000
VM-Test-08    PoweredOn  4        16.000
VM-Test-09    PoweredOn  4        16.000
VM-Test-10    PoweredOn  4        16.000
VM-Test-11    PoweredOn  4        16.000
VM-Test-12    PoweredOn  4        16.000
VM-Test-13    PoweredOn  4        16.000
VM-Test-14    PoweredOn  4        16.000
VM-Test-15    PoweredOn  4        16.000
VM-Test-17    PoweredOn  4        16.000
VM-Test-18    PoweredOn  4        16.000

Der Platzhalter ‚\d‘ steht dabei für beliebige Dezimalzahl.

Der RAM kann nun wie folgt auf jeweils 24 GB erhöht werden:

PS C:\Users\joerg> Get-VM | Where-Object {$_ | Select-String -pattern "VM-Test-\d"} | Set-VM -MemoryGB 24

Confirmation
Proceed to configure the following parameters of the virtual machine with name 'VM-Test-01'?
New MemoryMB: 24765MB
[Y] Yes  [A] Yes to All  [N] No  [L] No to All  [S] Suspend  [?] Help (default is "Y"): A

Name          PowerState Num CPUs MemoryGB
----          ---------- -------- --------
VM-Test-01    PoweredOn  4        24.000
VM-Test-02    PoweredOn  4        24.000
VM-Test-03    PoweredOn  4        24.000
VM-Test-04    PoweredOn  4        24.000
VM-Test-05    PoweredOn  4        24.000
VM-Test-07    PoweredOn  4        24.000
VM-Test-08    PoweredOn  4        24.000
VM-Test-09    PoweredOn  4        24.000
VM-Test-10    PoweredOn  4        24.000
VM-Test-11    PoweredOn  4        24.000
VM-Test-12    PoweredOn  4        24.000
VM-Test-13    PoweredOn  4        24.000
VM-Test-14    PoweredOn  4        24.000
VM-Test-15    PoweredOn  4        24.000
VM-Test-17    PoweredOn  4        24.000
VM-Test-18    PoweredOn  4        24.000

Beispiel 3: RAM einer VM reduzieren

Auch dieses Beispiel ist direkt dem Artikel PowerShell Friday: Adding Memory with PowerCLI entnommen.

Die betroffene VM muss dazu ausgeschaltet werden:

Get-VM -Name MeineVM | Shutdown-VMGuest|Set-VM -MemoryGB 0.25

Zusammenfassung

Mit der PowerCLI ist es möglich sich wiederholende Tätigkeiten abarbeiten zu lassen. Dies spart Zeit und Nerven.

Mir hat der Tipp von Anne Jan Elsinga sehr geholfen, weshalb ich die Methode hier für mich, euch und die Nachwelt dokumentiert habe.