Backup, Backup, Backup – Von den Vorteilen einer Datensicherung

Das Thema ist so wichtig, dass man nicht oft genug darauf hinweisen kann. Denn noch immer haben viele Benutzer von Computern kein Backup ihrer wichtigsten Daten. Dieser Artikel möchte daher die Vorteile beleuchten, die ein gutes Backup mit sich bringt.

Um wen es in diesem Artikel gehen soll

Im Fokus dieses Artikels stehen die folgenden Anwender/Zielgruppen. Sollten Sie sich in einer der folgenden Beschreibungen wiedererkennen, so lohnt es sich in jedem Fall weiterzulesen. 😉

Student

Alice ist Studentin. Ihr ständiger Begleiter im Studium ist ihr Notebook. Neben privaten Dingen wie den Fotos von Urlaubsreisen, dem Auslandssemester, etc. speichert Alice auf ihrem Notebook ihre Notizen zu Vorlesungen, Haus- und Abschlussarbeiten.

Während die Bilder für Alice vor allem einen ideellen Erinnerungswert haben, stecken viele Stunden Arbeit in der Erstellung ihrer Ausarbeitungen und vor allem in ihrer Abschlussarbeit. Schließlich hängt das Vorankommen und der erfolgreiche Abschluss ihres Studiums davon ab.

Heimanwender

Bob beschäftigt sich in seiner Freizeit gern mit seinem heimischen PC. Bob ist Hobbyfotograf. Auf seinem PC befinden sich neben den digitalen Fotoalben der Familie noch hunderte weitere Fotos von Reisen und Bobs Streifzügen durch die Natur. Bob bearbeitet viele dieser Fotos aufwendig mit Bildbearbeitungsprogrammen und speichert sie sortiert nach verschiedenen Kategorien. Darüber hinaus hat Bob seine Musiksammlung digitalisiert. Er hat dazu in mühevoller Arbeit hunderte von CDs eingelesen und mit Meta-Informationen zu Interpret, Album, Titel, etc. angereichert.

Kleinunternehmer

Frank führt einen kleinen Handwerksbetrieb. Sein Büro besteht aus zwei PC-Arbeitsplätzen, Netzwerkdrucker/-scanner und einem Netzwerkspeicher (NAS), auf welchem die Dateien gespeichert werden, auf die von beiden PC-Arbeitsplätzen aus zugegriffen wird. Darüber hinaus besitzt Frank noch ein Notebook, auf welchem ebenfalls Firmendaten gespeichert sind. Bob nimmt dieses Notebook häufig mit zu Kunden, um wichtige Informationen direkt im Zugriff zu haben. Zukünftig kann Frank sich auch vorstellen, hierfür ein Smartphone oder Tablet zu verwenden.

Zu den im Unternehmen verarbeiteten Daten zählen unter anderem Stammdaten von Lieferanten und Kunden, Marketing- und Projektunterlagen, Lieferscheine, Rechnungen, die Finanzbuchhaltung, etc.

Hier nicht Genannte

Wer sich in den oben genannten Personengruppen nicht wiederfindet, möge sich folgende Fragen stellen und diese nach gründlicher Überlegung für sich selbst beantworten.

  1. Welche Arten von Daten besitze ich?
  2. Welche Bedeutung haben diese für mich?
  3. Was ist, wenn diese Daten von heute auf morgen weg sind?

Gemeinsamkeiten und Risiken

Was haben die oben beschriebenen Personen/-gruppen gemeinsam? Sie sind im gleichen Maße vom Risiko eines Datenverlustes bedroht.

Eine weltweite Umfrage1 unter 6149 Teilnehmern aus dem Jahr 2010 ergab, dass 89% der Befragten keine regelmäßige Datensicherung durchführen. Dabei erlitten von diesen bereits 76,6% einen Datenverlust.

Im Jahr 2013 besaßen laut Angaben des PC-Magazins2 noch immer 38% der Befragten keine Datensicherung. Und diese Zahl sinkt nur langsam.

Die Zahlen vom „World Backup Day 2016“3 belegen, dass noch immer 30% der Nutzer noch nie ein Backup gemacht haben.

Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Datenverlust eintritt, gar nicht so klein. Nach den Angabe der Seite „World Backup Day“:

  • Gehen pro Minute 113 Smartphones/Handies verloren oder werden gestohlen
  • Werden 1 von 10 Computern monatlich mit Viren infiziert

Hinzu kommen weitere Ursachen wie zum Beispiel Hardwaredefekte und Unfälle.

Gehen Notebook, Tablet oder Smartphone verloren bzw. werden gestohlen, sind damit auch die darauf gespeicherten Daten in der Regel unwiederbringlich verloren. Während das Risiko, einen PC oder ein NAS zu verlieren, sehr gering ist, besteht jedoch auch hier das Risiko, dass diese Geräte z.B. bei einem Einbruch entwendet werden. Auch in diesem Fall sind die (geschäftlichen) Daten schlagartig weg.

Die Bedrohung durch Viren4/Ransomware5 ist ebenfalls real. Dies belegen Berichte über den Kryptotrojaner „Locky“6, welcher 2016 zehntausende PCs infizierte und darauf gespeicherte Daten verschlüsselte.

Darüber hinaus besteht auch noch das Risiko, dass ein Speichermedium durch einen Hardwaredefekt ausfällt7 oder darauf gespeicherte Daten (versehentlich) überschrieben8 werden. Die darauf gespeicherten Daten sind in beiden Fällen verloren.

Auswirkungen

Doch welche Auswirkungen hat nun ein Datenverlust für die hier beschriebenen Personen?

Versetzen wir uns zuerst in die Rolle von Alice. Wie viele Studenten schreibt sie ihre Hausarbeiten immer erst auf den letzten Drücker. Dies ist auch bei ihrer Abschlussarbeit nicht anders. Was passiert nun, wenn ihr Werk von Heute auf Morgen verloren geht? Nun sind nicht nur viele Arbeitsstunden verloren, auch der Abgabetermin und damit das Bestehen der Prüfung/des Studiums sind in Gefahr. Die Folge: Noch mehr Stress, Zeitverlust und mindestens ein Fehlversuch.

Bob fällt durch keine Prüfung, wenn die Daten auf seinem PC plötzlich weg sind. Doch der Verlust mag für ihn genauso schwer, vielleicht sogar noch schwerer als für Alice wiegen. Denn mit den digitalen Fotoalben sind viele wertvolle Erinnerungen der Familie unwiederbringlich verloren. Darunter die Fotos der Hochzeit, der Taufe der Kinder und deren erste Jahre. Dagegen ist der Verlust der Musiksammlung noch eher zu verschmerzen. Bob hat ja noch die Original-CDs und kann die Sammlung in vielen mühevollen Stunden erneut einlesen.

Für Frank kann der Verlust der Daten noch ganz anderen Ärger bedeuten. Kann er doch die Vorschriften der GDPdU9 nicht mehr einhalten. Und dies könnte noch das geringste Problem sein. Mit den Daten hat Frank auch den Überblick über laufende Projekte, Bestellungen, Aufträge, etc. verloren. Er kann sein Geschäft nicht mehr ordentlich weiterführen. Dies zieht verärgerte Kunden und entgangenen Gewinn nach sich und kann sogar sehr schnell die unternehmerische Existenz bedrohen.

Die Lösung

Zum Glück lässt sich all dieser Ärger vermeiden, wenn man mit einer regelmäßigen Datensicherung10 für den Ernstfall vorgesorgt hat.

Alice, Bob und Frank bleibt viel Ärger erspart, wenn sie auf ein Backup zurückgreifen können, aus dem sie die verlorenen Daten wiederherstellen können.

So kann Alice den letzten gesicherten Bearbeitungsstand ihrer Arbeit auf einem anderen Gerät wiederherstellen und daran weiterarbeiten. So ist es ihr möglich, die Arbeit noch fristgerecht abgeben zu können.

Bob ist ebenfalls erleichtert, dass die Familienerinnerungen nicht verloren sind, da er sie aus der Datensicherung auf dem reparierten PC wiederherstellen kann.

Und auch Frank fällt ein Stein vom Herzen, dass er rechtzeitig in eine gute Datensicherung investiert hat, mit der es ihm möglich ist, nicht nur verlorene Daten wiederherzustellen, sondern auch die komplette Windows-Installation inkl. installierter Programme mit vollständiger Konfiguration auf einem neuen PC wiederherstellen zu können. Somit ist er bereits nach wenigen Tagen wieder voll arbeitsfähig, kann seinen Verlust minimieren und die Firmenpleite abwenden.

Es freut mich, wenn ich Sie mit diesem Artikel von den Vorteilen einer Datensicherung überzeugen konnte. Doch wie machen Sie von hier ab weiter? Sehen Sie unter den Quellen und weiterführenden Links am Ende dieses Artikels nach. Dort finden Sie Informationen, welche Daten man sichern sollte11 und nach welchen Methoden12 bzw. auf welche Arten13 ein Backup durchgeführt werden kann. Das BSI für Bürger bietet online Leitfäden für eine Datensicherung unter Windows14 und Linux15.

Darüber hinaus befindet sich unter den Quellen auch ein Link zu einem Vergleich kommerzieller Backupsoftware16. Dieser hilft, sich einen Überblick zu verschaffen und zu entscheiden, welches Produkt am besten zu den persönlichen Anforderungen passt.

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis. Das Speichermedium, welches als Ziel der Datensicherung dient, sollte stets getrennt von dem System aufbewahrt werden, auf dem sich die zu sichernden Daten befinden. Durch die räumlich getrennte Lagerung soll verhindert werden, dass das Medium, welches das Backup enthält, zusammen mit dem System gestohlen bzw. zerstört wird, von dem das Backup erstellt wurde.

Quellen und weiterführende Links

2 Gedanken zu „Backup, Backup, Backup – Von den Vorteilen einer Datensicherung

  1. tuxflo

    Was hat es mit den letzten beiden Worten „Klimatabelle Norwegen“ auf sich?

    Guter Artikel, ich würde mir jetzt noch einen Nachfolgeteil wünschen, wo die möglichen Strategien für die hier genannten Nutzer gegenübergestellt werden. Zum Beispiel würde ich intuitiv bei Alice statt auf einer klassischen Backupstrategie zu einem Synchronistationstool a la Resillio Sync oder Owncloud setzen und bei dem Kleinunternehmer ein inkrementelles Backup vorschlagen. Aber dann bleibt immernoch die Frage wie…

    Antworten
    1. Jörg Kastning Beitragsautor

      Hallo tuxflo,

      mit dem Klima in Norwegen hat der Artikel selbstverständlich nichts zu tun. Danke für den Hinweis. 🙂

      Die Anregung zu einem Nachfolgeteil, der die einzelnen Backupstrategien erläutert, nehme ich gerne auf.

      Viele Grüße
      Jörg

      Antworten

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